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2017 | Praxis

Kino Asyl

Münchner Festival mit Filmen aus den Herkunftsländern geflüchteter junger Menschen

KINO ASYL ist ein Festival mit Filmen aus der Heimat von in München lebenden, geflüchteten jungen Menschen. Das Festival wird von Kurator*innen mit Fluchterfahrung, unterstützt von Fachleuten aus den Bereichen Festival und Medien, gemeinsam gestaltet.

Ausgangssituation
Seit 2015 das „erste KINO ASYL der Welt“ dazu einlud, Filme aus aller Welt zu sehen, die von jungen Menschen mit Fluchterfahrung kuratiert und präsentiert wurden, hat sich vieles verändert. Die Mehrzahl der Kurator*innen lebt mittlerweile schon seit einigen Jahren in Deutschland. Sie haben Freundschaften geschlossen, Familien gegründet, Ausbildungs-, Arbeitsstellen und Studienplätze gefunden – sie sind hier angekommen. Ihre Flucht ist ein Teil ihrer Identität, doch das nächste Kapitel hat längst begonnen.
Dieses Ankommen spiegelt sich im Festival wider: Die Kurator*innen und Unterstützer*innen aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen planen gemeinsam KINO ASYL – und das mittlerweile alles auf Deutsch. Es wird gemeinsam konzipiert, organisiert und diskutiert. Einbringen ausdrücklich erwünscht.
Trotz aller Gemeinsamkeiten bleibt auch die kulturelle Identität und Individualität ein wichtiger Bestandteil des Festivals. Hier setzt KINO ASYL an. In jedem Land gibt es eine eigene Film- und Fernsehkultur, durch deren Sendungen und Filme man geprägt ist. Was wäre das deutsche Fernsehen ohne „Wer wird Millionär“, ein Sonntag ohne den „Tatort“, Youtube ohne „Funk“ oder das junge deutsche Kino ohne Fatih Akins „Tschick“. Aus den Ländern der Neuangekommenen kennen wir diese Kulturgüter nicht. Diese kennen zu lernen und zeigen zu dürfen ist ein großer Gewinn – für beide Seiten.

Eigene Kultur zeigen

Jede*r Kurator*in präsentiert dem Auditorium einen eigens ausgesuchten oder selbst produzierten Film und damit auch oftmals die eigene Geschichte. Dadurch erhält das Publikum Einblicke in die Filmkultur des jeweiligen Heimatlandes, aber auch Einblicke in das Leben der Menschen dort. Die Filme sind unterschiedlicher Natur. Manche regen zum Lachen, manche zum Weinen und alle zum Nachdenken und Perspektivwechsel an.
Das Festival ist so angelegt, dass die Kurator*innen auf allen Ebenen aktiv eingebunden sind. Dies wird im Rahmen von Workshops und durch Teamtreffen gewährleistet. So gestaltet das Festivalteam gemeinsam Design, Öffentlichkeitsarbeit, Trailer, Filmprogramm sowie die Präsentation der Filme, übersetzt und untertitelt diese gegebenenfalls. Auch das mögliche Rahmenprogramm mit Ausstellung, Musik und Essen wird gemeinsam kreiert.


Kompetenzen fördern
Die Kurator*innen lernen partizipativ Kultur aktiv mitzugestalten und zu bereichern. Sie erlernen einen souveränen Umgang mit Medien und erhalten eine Bühne für ihre Themen und die eigene Geschichte. Durch die öffentliche Präsentation und die Übersetzung steigt das eigene Selbstwertgefühl und auch sprachliche Kompetenzen werden weiter gefördert.


Direkter Einblick in die Kultur
Den Besuchenden des Festivals wird ein tiefgehender, authentischer und persönlicher Einblick in eine für sie ansonsten verschlossene Lebenswelt ermöglicht.


Fotocredit: Max Kratzer



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Münchener Festival mit Filmen aus den Herkunftsländern geflüchteter junger Menschen.

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