Werte machen Schule
Ausbildung von Wertebotschafter*innen an bayerischen Schulen
Im Rahmen der Initiative “Werte machen Schule” des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus werden jährlich Wertebotschafter*innen an allen weiterführenden bayerischen Schularten ausgebildet. Ziel der Ausbildung ist die Unterstützung von Schüler*innen, damit sie an ihrer Schule wertebezogene Aktivitäten umzusetzen können. Denn gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen, wie u. a. multiplen Krisen, Extremismus, Kriegen, Desinformation, politische Veränderungen, ist es wichtig, jungen Menschen einen starken ethischen Kompass als Richtschnur für ihr Handeln mitzugeben. Die jugendlichen Wertebotschafter*innen erwerben in ihrer Ausbildung Basiskompetenzen zur Wertebildung, zur Kommunikationsfähigkeit und zum Projektmanagement. Gemeinsam gestalten sie schülerorientierte Aktivitäten zur Wertebildung z. B. für Unterrichtseinheiten, Projekttage, Schulfeste, zur Schulung der Klassensprecher*innen oder der Erstellung von Werte-Materialien.
Nachdem die Ausbildung seit 2019 in Form von Ausbildungswochen in allen bayerischen Regierungsbezirken umgesetzt wurde, wird 2026 ein neues Konzept erprobt. Dieses Konzept ermöglicht eine stärkere Involvierung der Betreuungslehrkräfte und Eltern in die Ausbildung sowie die Teilnahme von einem Werte-Tandem pro teilnehmender Schule. Die Ausbildung wird 2026 einmal in Nordbayern und einmal in Südbayern für je 100 Schüler*innen mit ihren Betreuungskräften umgesetzt und umfasst jeweils einen Zeitraum von 5 Monaten.
Aufbau der Ausbildung:
Ausbildungsveranstaltungen für Schüler*innen und Betreuungslehrkräfte:
- Präsenzveranstaltung #1: Durch Kurzinputs innerhalb verschiedener Workshops bietet die Präsenzveranstaltung #1 den Schüler*innen die Möglichkeit sich interessensgeleitet und entsprechend des problemlösenden Denkens mit aktuellen Fragestellungen aus dem Kontext der Wertebildung und der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Zudem werden verschiedene Gruppenarbeitsphasen umgesetzt, in denen die Schüler*innen zu ihren Werte-Themen diskutieren können und eigene Werte-Aktivitäten planen. Ziel der Veranstaltung ist es, dass die Schüler*innen eine Idee für eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit wertebezogenen Fragen an ihrer Schule entwickeln, die sie im Nachgang als Konzept – mit Unterstützung ihrer Betreuungslehrkraft – ausarbeiten und umsetzen. In einem Parallelprogramm erhalten die Betreuungslehrkräfte eine Einführung in die Grundlagen der Wertebildung, werden in ihre Rolle der Betreuungslehrkraft eingeführt und setzen sich mit dieser intensiv auseinander. Zudem beraten sie die Schüler*innen bei der Entwicklung von Ideen für Werte-Aktivitäten.
- Digitale Kurzevents: In zwei digitalen Kurzevents werden die Schüler*innen bei der Ausarbeitung ihrer Konzepte sowie der anschließenden Umsetzung begleitet. In den Kurzevents wird gemeinsam an den Konzepten gearbeitet, sie bekommen Ratschläge und Unterstützung von Expert*innen und der Austausch unter den Schüler*innen wird gestärkt.
- Präsenzveranstaltung #2: Die angehenden Wertebotschafter*innen präsentieren ihre umgesetzten Werte-Aktivitäten. Ausgestattet mit hilfreichen Tipps und Ideen für die weitere wertebildende Arbeit sollen die Wertebotschafter*innen sowie ihre Betreuungslehrkräfte motiviert und engagiert die Wertebildung als wichtigen Bestandteil der Schulentwicklung nachhaltig an der eigenen Schule etablieren. Sie erhalten dafür während der Präsenzveranstaltung #2 weitere spannende Impulse und Hilfestellungen. Am Ende der Veranstaltung erhalten die Schüler*innen ihre Urkunde und sind somit ausgebildete Wertebotschafter*innen.
Digitales Wertecafé für Vertretungen der Elternbeiräte:
Um eine umfassende Wertebildung zu stärken, werden in einem digitalen Wertecafé auch die Vertretungen der Elternbeiräte der teilnehmenden Schule involviert. In dem digitalen Wertecafé wird in lockerer Atmosphäre zu Wertethemen diskutiert. Im Fokus steht dabei die Unterstützung der Wertebotschafter*innen bei ihrer wertebasierten Arbeit durch die Eltern(beiräte). Nach einem Kurzinput zum Thema Wertebildung und einem Einblick in die diskutierten Themen der Schüler*innen, hat das digitale Wertecafé das Ziel zu überlegen, wie Wertethemen und -aktivitäten ganzheitlich und somit auch in der Elternschaft gestärkt werden können. In Kleingruppen diskutieren die Teilnehmenden mögliche Ideen und Formate, die dann in die Großgruppe eingebracht werden.
Die Werte-Initiative fußt auf der politischen Bildung und der Demokratie- und Werteerziehung, die als fächerübergreifendes Bildungsziel an allen Schularten in Bayern festgeschrieben und Grundprinzip jeder pädagogischen Arbeit sind. Sie baut die Erfolge des Konzepts „Werte machen stark“ weiter aus, in deren Rahmen in den vergangenen zehn Jahren bereits Lehrer*innen als Werte-Multiplikatoren an den Schulen im Einsatz waren.
Steckbrief
Projektteam
-
Daniel
Aberl
Praxis | Medienzentrum München
daniel.aberl@jff.de
+49 176 3088 9102 -
Tina
Drechsel
Leitung der Abteilung Praxis
tina.drechsel@jff.de
+49 89 68 989 0
Projektleitung
-
Marie
Kätzlmeier
Praxis | Geschäftsstelle
marie.kaetzlmeier@jff.de
+4917630885051
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