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Von Alarmismuskritik bis Hostile Media Effekt

Neben ersten Ergebnissen aus den MeKriF-Studien zur Aneignung und Darstellung des Themas Flucht in den Medien, wurden auf der Fachtagung „Flucht, Migration und Integration in den Medien" am 11.-13. Juli 2019 vielfältige aktuelle Forschungsergebnisse zum  Thema Flucht, Migration und Integration in den Medien vorgestellt und diskutiert. Nach der Keynote von Prof. Dr. Kai Hafez (Universität Erfurt), in der er kritisch auf die Berichterstattung über ebendieses Thema blickte und für die Etablierung eines „Humanitären Journalismus“ plädierte, zeigte sich das breite Spektrum der fachlichen Sichtweisen auf das Spannungsfeld von Flucht und Medien in vier Panels.

Hier fiel auf, dass in der aktuellen Forschung besonders auf Journalismus und Berichterstattung und weniger auf Rezipient*innen und deren Online-Aktivitäten geblickt wird. Mit Blick auf die Rezipient*innen wurde deutlich, wie divers Heranwachsende, beeinflusst von ihren sozialen und medialen Kontexten, Medien in Bezug auf dieses Thema nutzen, wahrnehmen, bewerten und verarbeiten und welche forschungsmethodischen Herausforderungen hiermit verbunden sind. So gaben die Vorträge einen Einblick, wie über das Thema Flucht, Migration und Integration sowohl in deutschsprachigen als auch in internationalen Medien berichtete wurde.

Die von Prof. Dr. Vowe geleitete Podiumsdiskussion fragte nach der Verantwortung von Medien, Politik und Bevölkerung in Bezug auf die Debatte um Flucht, Migration und Integration. Die Podiumsteilnehmer*innen Prof. Dr. Heike Greschke (TU Dresden), Dr. Christine Horz (Universität Bochum), Dr. Olaf Kleist (Universität Osnabrück) und Prof. Dr. Horst Pöttker (TU Dortmund) diskutierten Verantwortlichkeiten und Folgen aus der Sicht ihrer jeweiligen Wissenschaftsdisziplin.

Zudem gab das Format der Runden Tische den Teilnehmenden die Möglichkeit sich in moderierten Kleingruppen mit dem Tagungsthema auseinanderzusetzen, ihre Gedanken und Fragen einzubringen sowie gemeinsam Aspekte zu fokussieren, die in der Podiumsdiskussion angesprochen werden sollen. So konnten eine Vielzahl an Fragen im Hinblick auf die unterschiedlichen Fachbereiche  von den Tagungsteilnehmenden interessensgeleitet diskutiert werden. 

Zusätzliche Impulse boten die Einblicke in die Praxis. Margrit Lenssen, Redakteurin beim ZDF, berichtete am Beispiel der Doku-Reihe „Berlin und wir“, in der Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund  bei einem gemeinsamen Projekt begleitet werden, von ihrer redaktionellen Arbeit zum Thema Flucht für Heranwachsende. Rana Göroglu stellte den „Mediendienst Integration“ vor und machte deutlich, wie wichtig die Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Berichterstattung über das Thema Flucht, Integration und Migration ist.

Die Videos der einzelnen Vorträge und der Podiumsdiskussion werden in Kürze auf mekrif.jff.de verfügbar sein.

Viertes Verbundtreffen im Projekt MeKriF
Vor der Tagung traf sich das MeKriF-Projektteam zum vierten Verbundtreffen. Dabei wurden die vorläufigen  Ergebnisse der Medienanalyse und der Befragung von 10- bis 16-Jährigen sowie die aktuellen Vorbereitungen der Kinder- und Jugendveranstaltungen und der Materialerstellung diskutiert. Besonders eindrücklich war hierbei die im Projekt vertretene Methodenvielfalt. Neben qualitativen und quantitativen Methoden wird im Projekt auch mit automatisierten Auswertungsverfahren gearbeitet.


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