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Jahresbericht 2025

Wieder liegt ein ereignisreiches Jahr hinter uns. Während 2024 unter dem Motto 75 Jahre JFF stand und wir dieses Jubiläum gebührend gefeiert haben, wurden wir Anfang 2025 von der Nachricht überrascht, dass Kathrin Demmler, die das JFF viele Jahre und mit viel Herzblut als Direktorin geleitet hat, ihre Arbeit am JFF beenden möchte. Für das gesamte JFF-Team war das nicht nur eine traurige Nachricht. Wir mussten uns auch Gedanken darüber machen, wie es nun weitergehen sollte. 

Am Ende des Jahres stand dann aber auch fest: Es geht weiter, und zwar mit einer Doppelspitze bestehend aus einer Direktorin mit dem Schwerpunkt der fachlichen Leitung und einem geschäftsführenden Direktor. So haben wir am 27. November 2025 wieder gefeiert. Gemeinsam mit vielen Gäst*innen – Partner*innen, Förder*innen, ehemaligen Mitarbeiter*innen, Freund*innen und natürlich dem Team des JFF – haben wir Kathrin Demmler verabschiedet und sie hat den Staffelstab weitergegeben an Susanne Eggert und Axel Geißendörfer, die das JFF ab 2026 führen.

Neben diesen für das JFF wichtigen internen Veränderungen und Herausforderungen war das Jahr 2025 geprägt von geopolitischen, nationalen und internationalen Herausforderungen und Krisen, verbunden mit gesellschaftlichen Verunsicherungen, die sich auch auf unsere Arbeit ausgewirkt haben: Sicher geglaubte Projekte waren plötzlich gar nicht mehr so sicher, Projektstarts mussten verschoben werden. Auch die zentrale Zielgruppe des JFF, die Kinder und Jugendlichen, sind zunehmend verunsichert und brauchen Unterstützung im Umgang mit populistischem, zum Teil extremistischem Content, mit Hass und Hetze im Netz. Das JFF versucht dieser Verunsicherung in Forschung und Praxis zu begegnen. So beschäftigt sich auf einer wissenschaftlichen Ebene das Projekt RexMemes als Teilprojekt der Uni Passau und des JFF im bayerischen Forschungsverbund gegen Rechts mit Memes als rechtspopulistische Kommunikationsstrategie und ihrer Rezeption durch junge Menschen. Ganz praktisch setzen sich im Projekt Truthtellers … trust me if you can?! Jugendliche damit auseinander, Verschwörungsideologien im Netz zu erkennen, in DISKUTOPIA – Räume für digitale Konflikthandlung steht der Umgang mit kontroversen Konfliktthemen im digitalen Raum im Zentrum und im Projekt widerständig – gegen Polarisierung und Parolen werden Fachkräfte aus dem Kita-Bereich und der Jugendhilfe in ihrer Medien- und Informationskompetenz sowie ihrer professionellen Haltung gegenüber antidemokratischen und extremistischen Tendenzen geschult. Wie wichtig dies für pädagogische Fachkräfte ist, hat ein Vorfall gezeigt, mit dem die Medienstelle in Augsburg plötzlich konfrontiert war. Ein Vertreter der Identitären Bewegung hatte sich hier mit Falschangaben zur persönlichen Identität in die Redaktion der Jungen Talente auf egoFM eingeschlichen. Dank der professionellen Reaktion aller Beteiligten konnte dafür gesorgt werden, dass das Thema schnell wieder vom Tisch war. 

Ein weiteres Thema, das derzeit in allen Teilen der Gesellschaft diskutiert wird und das es auch in den Koalitionsvertrag geschafft hat, ist der sichere Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien und Social Media und einem damit zusammenhängenden Social-Media-Verbot für Jugendliche. Wir haben uns sehr gefreut, dass Susanne Eggert in die Expert*innenkommission des BMBFSFJ „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ berufen wurde und damit das JFF mit seiner fachlichen Expertise bundesweit gesehen und anerkannt wird. Diese Expertise wurde 2025 täglich bewiesen und weiter ausgebaut, in 76 Projekten, zahlreichen Festivals, Tagungen, Fachgesprächen, Elternveranstaltungen usw. Darüber hinaus wurden medienpädagogische Konzepte entwickelt und Fortbildungen durchgeführt, immer mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche, aber auch andere Zielgruppen in unserer digitalisierten und mediatisierten Welt gut zu begleiten, ihnen Räume zu öffnen, um Erfahrungen zu sammeln und sie dazu zu befähigen, digitalen Medien kritisch zu begegnen und sie produktiv zu nutzen, um in unserer Gesellschaft sichtbar zu werden. Dieses Ziel wurde an allen Standorten des JFF, in der Arnulfstraße in München, im Medienzentrum München, im Büro Berlin und in der Medienstelle Augsburg verfolgt. 

Ein besonderes Jahr war 2025 auch für die MSA, die Medienstelle Augsburg, die in diesem Jahr nicht nur ihr 40-jähriges Jubiläum gefeiert hat, sondern auch den Augsburger Medienpreis für ihre kontinuierliche Arbeit zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen in der Stadt Augsburg und den anliegenden Landkreisen erhalten hat. Gleichzeitig gab es in der MSA einen Wechsel in der Leitung. Birgit Irrgang, die der MSA in den letzten Jahren vorstand, hat Anfang des Jahres das JFF verlassen. Seit April leitet nun Lena-Maria Frank die MSA und knüpft hier an der qualitätvollen Arbeit ihrer Vorgängerin an.  

Der vorliegende Jahresbericht lädt dazu ein, auf ein intensives und arbeitsreiches Jahr zurückzublicken. Wir verstehen ihn als Momentaufnahme, als Standortbestimmung und als Einladung zum Dialog. Die zahlreichen Projekte aus Forschung und Praxis, die vielen – teils langjährigen, teils neuen – Kooperationen zeugen davon, dass die Arbeit des JFF auch 2025 nach wie vor notwendig war und weiterhin ist. Unsere Expertise wird gebraucht und geschätzt. Alle Aktivitäten sind auch immer mit Menschen verbunden. Wir danken unseren Mitarbeiter*innen ganz herzlich für ihre Ideen, ihre Fachlichkeit, aber auch für ihre klare Haltung und ihre Überzeugungen, die das JFF zu dem machen, was es ist. Wir danken aber auch unseren Förder*innen und Partner*innen für ihr Vertrauen in das JFF und seine Arbeit sowie für die gute Zusammenarbeit. Und wir danken allen jungen Menschen, die uns mit ihren Perspektiven und Ideen bereichern und uns immer wieder daran erinnern, warum diese Arbeit wichtig ist.

Am Ende sagen wir noch einmal Danke! Danke, liebe Kathrin, für deine jahrzehntelange Arbeit am JFF, erst als Kollegin in der Abteilung Praxis, dann als Abteilungsleiterin, Co-Direktorin und schließlich Direktorin. Du hast das JFF nach innen und außen geprägt, mit deiner klugen Voraussicht, deiner Empathie und deinem unerschöpflichen Engagement. Wir werden mit allen Kräften versuchen, das JFF in diesem Sinne weiterzuführen und blicken mit viel Zuversicht in die Zukunft und auf das, was kommt!

Birgit Dorner, Susanne Eggert und Axel Geißendörfer

Vorsitzende und Direktorium des JFF 

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