"Missverständnis-Memory" aus dem Methodenset des Projekts "A-Game"
Missverständnis-Memory ist eine Methode aus A-Game, dem medienerzieherischen Werkzeugkasten rund um digitale Spiele in Familien. Sie greift typische Sätze und Reaktionen auf, die im Familienalltag rund ums Gaming schnell zu Streit führen können – und stellt ihnen verständnisvollere Gesprächsimpulse gegenüber.
Im Mittelpunkt stehen Memory-Karten mit Aussagen wie „Zocken ist nur Zeitverschwendung!“, „Du bist süchtig nach dem Spiel!“, „Nur noch eine Runde!“, „Alle anderen dürfen auch!“ oder „Du verstehst das nicht!“. Diese Sätze kennen viele Familien: Sie fallen oft in angespannten Situationen, führen aber selten zu einem guten Gespräch. Das Memory lädt dazu ein, solche typischen Missverständnisse zu erkennen, einzuordnen und gemeinsam bessere Formulierungen zu finden.
Ergänzt werden die Konfliktsätze durch Karten, die einen Perspektivwechsel ermöglichen. Statt pauschaler Vorwürfe oder Abwehrreaktionen geht es um Fragen, Erklärungen und Bedürfnisse: „Kannst du mir mal zeigen, was du an deinem Lieblings-YouTuber so spannend findest?“, „Ich weiß, dass Spielen Spaß macht und dir wichtig ist“, „Ich will es nicht abbrechen, weil ich sonst meinen Fortschritt verliere“ oder „Vielleicht können wir ja mal zusammen zocken“. So unterstützt die Methode dabei, vom Gegeneinander ins Miteinander zu kommen.
Ein weiteres Element ist die Häufigkeitsskala. Auf ihr können Familien einschätzen, wie oft bestimmte Sätze oder Situationen bei ihnen vorkommen – von „fast nie“ über „jede Woche“ bis „jeden Tag“. Dadurch wird sichtbar, welche Missverständnisse besonders häufig auftreten und wo es sich lohnt, genauer hinzuschauen.
Die Methode eignet sich für Familien sowie für pädagogische und beratende Kontexte mit Eltern, Kindern und Jugendlichen. Sie schafft einen niedrigschwelligen Anlass, über Sprache, Gefühle, Regeln, Sorgen und Bedürfnisse rund ums Gaming ins Gespräch zu kommen – ohne Vorwürfe und ohne Gewinner oder Verlierer.
Missverständnis-Memory kann einzeln genutzt oder mit weiteren A-Game-Methoden kombiniert werden. Für die Nutzung werden die Memory-Karten ausgedruckt, ausgeschnitten und optional laminiert. Die Skala wird einseitig gedruckt; empfohlen wird DIN A3, damit die Karten ausreichend Platz haben
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