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2005

Jahresbericht 2005

Berichte über die Projekte aus Forschung und Praxis, sowie Informationen über die Publikationen des JFF aus dem Jahr 2005

Prof. Dr. Bernd Schorb Der vorliegende Jahresbericht, der die Aktivitäten des JFF im Jahr 2005 dokumentiert, ist neu strukturiert. Diese neue Struktur hat einen inhaltlichen Hintergrund. Die Schwerpunkte der Arbeit des JFF haben sich in den letzten Jahren, einhergehend mit gesellschaftlichen und vor allen Dingen medialen Entwicklungen, verändert. Da ist als erstes neben die etablierten Bereiche Forschung und Praxis ein neuer Bereich getreten, der in der Arbeit des JFF zunehmend Raum beansprucht: Der Wissenstransfer.
Die Chance des JFF, Forschungs- und Praxisaktivitäten miteinander zu verbinden, mündet immer häufiger in eine dritte Aktivität, nämlich das in diesen Bereichen und aus ihrer Verzahnung gewonnene Wissen für spezifische Zielgruppen aufzubereiten. Ein wichtiges und mit 10 Jahren Laufzeit nachgerade ehrwürdiges Beispiel ist der FLIMMO, der Eltern und andere Erziehende zu einer realistischen, an den Voraussetzungen und Bedürfnissen von Kindern ausgerichteten Fernseherziehung ermutigt. Ab 2006 wird die FLIMMO-Internetseite ein spezielles Angebot für professionell Erziehende integrieren: Ein Portal, das medienpädagogische Informationen und praktisch-pädagogische Anregungen aufbereitet und online zur Verfügung stellt. Mit dem neuen FLIMMO-Angebot weiten sich die Webaktivitäten des JFF erneut aus: Das Internet ist inzwischen nicht nur ein wichtiger Weg, um Informationen aus der Arbeit des JFF zu verbreiten. Mit verschiedenen thematischen und zielgruppenspezifischen Angeboten markiert es ein wesentliches Tätigkeitsfeld des JFF, das neben Information und Kommunikation bis hinein in die aktive Medienarbeit reicht.

Auch ansonsten erweitern und verzweigen sich die Aktivitäten des JFF zunehmend. Das schlägt sich in einer Ausweitung der Themenbereiche und einer ganzen Reihe von kleineren Projekten nieder. Um hier die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, systematisiert die neue Form des Jahresberichts die einzelnen Projekte und Aktivitäten unter den Bereichen Forschung, Praxis und Wissenstransfer in Form von knappen, einheitlich strukturierten Steckbriefen. Eingeleitet werden die Bereiche jeweils mit Reflexionen über Schwerpunktthemen, die 2005 für die Arbeit bedeutsam waren oder perspektivisch bedeutsam werden. Mit diesen einleitenden Reflexionen über Themen, die nicht nur hausintern, sondern in der Regel für die Medienpädagogik relevant sind, soll all denen, die an der Arbeit des JFF interessiert sind, auch Einblick in die theoretischen Hintergründe und Begründungen unserer Aktivitäten gegeben werden. Die Berichte aus dem Feld der Fachberatung konnten für diesen Jahresbericht formal noch nicht in angemessener Weise integriert werden. Die Arbeit der haupt- und ehrenamtlich tätigen Fachberaterinnen und Fachberater in den bayerischen Regierungsbezirken erweitert sich ebenfalls kontinuierlich und so zeugen die Einzelberichte von einer vielfältigen medienpädagogischen Praxis, die Heranwachsenden auch außerhalb der Metropolen Räume für kreatives Arbeiten mit Medien anbietet. Die medienpädagogische Fachberatung, die das JFF in Kooperation mit den Bezirksjugendringen und mit Unterstützung der Bezirke aufgebaut hat und betreibt, bleibt im regionalen Umfeld medienpädagogisch anleitend und führend.

Viel Energie hat das JFF 2005 in Tagungen investiert, zu Themen, die die Mediendiskussion und die Pädagogik betreffen. Da war einmal die interdisziplinäre Wissenschaftstagung, die sich mit der Frage der Bilderwelten in den Köpfen der Heranwachsenden befasste und dazu Vertreterinnen und Vertreter aus (Medien-)Pädagogik, Neurowissenschaft und Psychologie an einen Tisch brachte. Da waren zum zweiten zwei Tagungen, die sich den Folgen und praktisch nutzbar zu machenden Potenzialen aktueller Medienentwicklungen widmeten: Die eine rankte sich um das Handy und seine Bedeutung im Kinder- und Jugendalltag, die andere um Beratungsangebote im Netz. Die vermehrten Tagungsaktivitäten des JFF hängen ebenfalls mit der Medienentwicklung zusammen. Denn in unserer Medienlandschaft werden Themen sehr schnell gesetzt und ebenso schnell problematisiert. Vor allen Dingen aber sind schnelle Antworten gewünscht. Mit unseren Tagungen haben wir den Versuch unternommen, das vorhandene Know-how zu bündeln und für die aktuelle Diskussion zugänglich zu machen. Auch das gehört zur Aufgabe, die das JFF mit dem neuen Bereich Wissenstransfer verbindet: Auf aktuelle Fragen zu reagieren und das Repertoire von Kenntnissen, das vorhanden ist, zur Verfügung zu stellen, auch wenn die Zeit zu kurz ist, um die speziellen Fragen empirisch zu fundieren. Allerdings – das sei ausdrücklich betont – Tagungen können die empirische Befassung mit medialen Phänomenen und die darauf aufsetzende Fundierung verantwortungsvollen Handelns in Erziehung und Bildung nicht ersetzen.

Die vielen Aktivitäten, die dieser Jahresbericht dokumentiert, weisen allerdings auch auf ein Problem hin, den schleichenden Verlust von langfristigen Finanzierungen, insbesondere im Bereich der Forschung. Mit der Geschwindigkeit im Umsatz von Ideen und Fragestellungen ist auch das Interesse an größer angelegten empirischen Untersuchungen in den letzten Jahren bei den potenziellen Auftraggebern kontinuierlich zurück gegangen. Die gewünschten schnellen Antworten kann die Forschung nicht geben, sie braucht für fundierte Aussagen Zeit. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Universitäten immer mehr dazu angehalten werden, sich um Drittmittel zu bemühen. Da sie als staatlich finanzierte Einrichtungen ihre Infrastruktur kostenfrei einbringen können, kann sich ein Forschungsinstitut wie das JFF, das sich alle Ausgaben selbst wiederum erarbeiten muss, kaum gegen den universitären Bereich durchsetzen. Hier wird in Zukunft wohl nur die Qualität unserer Forschung ein hoffentlich ausreichendes Argument für die Realisierung unserer Ideen sein.
Trotz mancher Widrigkeit hat sich das JFF auch im Jahre 2005 behauptet und vor allen Dingen seine Vielfalt und Flexibilität bewiesen. Dies ist primär der Kreativität der DirektorInnen und der MitarbeiterInnen zu verdanken, die ständig neue Ideen entwickelt haben. Hinzu kommt die Hartnäckigkeit, die sich darin zeigt, dass nicht aufgegeben wird, auch wenn im vergangenen Jahr mehr als ein Antrag keinen Zuspruch fand. Dort, wo nur mehr Interesse an Marktforschung oder an Kleinstprojekten vorherrscht, kann und will das JFF nicht konkurrieren. Die Qualität der Arbeit und das Engagement derjenigen, die sie leisten, sind jedoch Garant dafür, dass das JFF die Ansprüche, die von außen gestellt werden und auch die, die es selbst stellt, einlösen wird und so weiterhin eine der wichtigsten medienpädagogischen Einrichtungen bleiben wird. Dafür werden sicher auch all diejenigen sorgen, die unsere Arbeit schätzen und uns im vergangenen Jahr finanziell unterstützt und gefördert haben.

Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Prof. Dr. Bernd Schorb, 1. Vorsitzender


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