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| Forschung

Call for Papers merzWissenschaft 2023

Die Generationendebatte in Medienforschung und -Pädagogik

Die sogenannte Generation Z der Geburtenjahrgänge zwischen 1995 und 2010, also die heute 12- bis 28-Jährigen, hat im Vergleich aller Kohorten die höchste Brutto-Nutzungsdauer für Video, Audio, Text und Internet und je jünger die Nutzenden, desto mehr stehen digitale On-Demand-Angebote im Vordergrund. Bei der Geburtsdekade 2000 bis 2009 steigt insbesondere die Videonutzung noch einmal an. Dieser interessante Kohorteneffekt wird von den Forscher*innen der ARD/ZDF-Massenkommunikation mit dem Schlagwort „Generation Video“ belegt (Egger/ Gattringer/ Kupferschmidt 2021, S. 290).

Solche und ähnliche Begriffsstrategien sind typisch für „essayistische Generationenkonzepte“ (Schäffer 2003): Die aktuelle Mediennutzung einer Kohorte wird mit dem Generationenbegriff gekoppelt. Dass der Generationenbegriff als analytische Kategorie im Rahmen dieser, auf sogenannten APC-Modellen (age period cohort) basierenden, quantitativen Mediennutzungsforschungsansätzen bewusst (und dort mit plausiblen Gründen) keine Verwendung findet, wird ausgeblendet. Eine solche essayistische Verwendungsweise des Generationenbegriffs begegnet aufmerksamen Beobachter*innen im Bereich von Mediennutzung (Generation Video/Netflix/Twitter/TikTok/Instagram etc.) allenthalben. Und sie findet sich nahezu selbstverständlich dort, wo gesellschaftliche Streitfragen auf vermeintliche Einstellungsunterschiede von Alterskohorten zurückgeführt und als solche medial und digital verbreitet werden (wie das Internet-Meme „OK Boomer“).

Eine Präzisierung des Generationenbegriffs, die einer aus unserer Sicht dringend notwendigen grundlagen- und auch gegenstandstheoretischen (Neu-?)Vergewisserung des Begriffs in der Medienforschung und -pädagogik dient, ist ein Anliegen dieser Schwerpunktausgabe. Willkommen sind Beiträge, die sich den folgenden Schwerpunkten und thematischen Akzenten zuordnen lassen:

 

GRUNDLAGENTHEORETISCHE PERSPEKTIVEN

Denkbar sind hier zunächst Beiträge, die a) (historische) Bestandsaufnahmen der Konjunkturen des Generati- onenbegriffs in Medienforschung und -pädagogik darstellen und diese aus metatheoretischen Perspektiven (z. B. medien- und/oder generationstheoretischer Provenienz) reflektieren sowie b) Beiträge, die den Generationenbegriff grundlagentheoretisch im Hinblick auf die Differenz von genealogischen, pädagogischen und andragogischen sowie soziologisch-historischen Ansätzen für Medienforschung und -pädagogik analysieren, desweiteren c) Beiträge, die der grundlagentheoretischen Differenz von Alter, Altersgruppe, Kohorte und Generation in der Medienforschung nachgehen und d) Beiträge, die sich mit der Frage auseinandersetzen, was eine generationen- bzw. alters-, perioden- oder kohortenorientierte Perspektive für die Nachhaltigkeit von medienpädagogischer Erkenntnis und Entwicklung medienpädagogischer Ziele und Methoden bedeutet.

 

EMPIRISCH AUSGERICHTETE PERSPEKTIVEN

Neben grundlagentheoretischen Auseinandersetzungen sind empirische Beiträge willkommen, die sich im oben skizzierten Spannungsfeld von Generations- und/oder APC-Ansätzen bewegen und dieses reflektieren. Hierbei sind insofern sowohl qualitative als auch quantitative Perspektiven oder entsprechende „mixed-method“-Ansätze gefragt. Besonders relevant erscheint uns hier die aktuelle Debatte um Künstliche Intelligenz (KI) auch im Generationenkontext, weshalb wir Forscher*innen aus diesem Bereich explizit ermuntern möchten, sich an dieser Ausgabe zu beteiligen.

 

METHODISCH-METHODOLOGISCH AKZENTUIERTE PERSPEKTIVEN

Als dritten Schwerpunkt möchten wir dazu einladen, auch methodisch-methodologisch akzentuierte Perspektiven auf die Generationenthematik zu entfalten. Wie geht zum Beispiel die Forschung mit der Frage nach der Validität von generationalen Zuschreibungen um? So geben im Grunde nur Panelstudiendesigns mit hohen Laufzeiten (20 Jahre und mehr!) eine valide Auskunft über gegebenenfalls überdauernde Muster des generationalen Handelns mit Medien. Für Forscher*innen, die nicht in entsprechenden Panelprojekten arbeiten, stellt sich die Frage, inwiefern hier beispielsweise synchrone Querschnittsanalysen von Angehörigen unterschiedlicher Geburtsjahrgänge erfolgversprechend sind, die auf retrospektive, zum Beispiel medienbiografische Erzählungen der Proband*innen rekurieren. Oder wäre es erfolgversprechender, Gruppendiskussionen mit gemischten Altersgruppen durchzuführen, in denen etwaige generationale Differenzen im Medienhandeln dann im Diskursverlauf zur Sprache kommen? Dies sind nur zwei Beispiele für die Thematisierung methodisch-methodologischer Probleme der historisch-soziologisch akzentuierten Medien-generationenforschung, die sich in anderen Bereichen – etwa genealogischer oder pädagogisch-andragogischer Natur – anders stellen.

Über aussagekräftige Abstracts, die auch eine Selbstzuordnung zu einem der Schwerpunkte (bzw. einer Kombination) vornehmen, freuen wir uns.

Abstracts mit einem Umfang von max. 6.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) können bis 20. Januar 2023 bei der merz-Redaktion (merz@jff.de) eingereicht werden. Formal sollen sich die Beiträge an den Layoutvorgaben von merzWissenschaft orientieren, die hier verfügbar sind. Der Umfang der Zeitschriftenbeiträge sollte eine max. Zeichenzahl von ca. 35.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Susanne Eggert, Fon: +49.89.68989.130, E-Mail: susanne.eggert@jff.de 

 

Termine im Überblick:

  • 20. Januar 2023: Abgabe der Abstracts an merz@jff.de
  • 3. Februar 2023: Entscheidung über Annahme/Ablehnung der Abstracts
  • 26. Mai 2023: Abgabe der Beiträge
  • Juni/Juli 2023: Begutachtungsphase (Doppelblind Peer-Review)
  • Juli/August 2023: Überarbeitungsphase (ggf. mehrstufig)
  • Ende November 2023: merzWissenschaft 2023 erscheint

 

Hier können Sie den aktuellen Call for Papers 2023 herunterladen.

Hier können Sie die englische Version des aktuellen Call for Papers 2023 herunterladen.


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