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2021 | Praxis | Forschung

Jahresbericht 2020

Alles anders.

Das Jahr 2020 in Worte zu fassen und dabei originell zu sein, fällt nicht ganz leicht. Das Jahr war sehr speziell und wir am JFF haben uns den Herausforderungen gestellt, wie viele andere auch. Vielleicht hatten wir es aber an der einen oder anderen Stelle etwas leichter, denn wir waren ganz gut vorbereitet. Niemand von uns hat mit einer Pandemie gerechnet, aber wir haben gehofft, dass Digitalisierung früher oder später mit etwas mehr Tempo Einzug hält in die Bildungslandschaft. Am Ende des Jahres 2020 möchten wir sagen, das Tempo hätte dann doch etwas langsamer sein können.

Deshalb haben wir die Jahresauftakttagung 2021 auch unter das Motto „Digitalisierung im Sprint“ gestellt. Hier wollen wir einen Blick zurück auf die Entwicklungen während der Lockdowns, Schulschließungen und Zeiten von Distanz-Bildungsangeboten werfen und gemeinsam mit unseren Partner*innen, dem Bayerischen Jugendring und der Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern, reflektieren, wie die Zukunft im Hinblick auf Bildung und Digitalisierung aussehen kann. Mit dem Bayerischen Jugendring verbindet uns seit vielen Jahren eine formal verfasste und inhaltlich lebendige Kooperation. Auch die Aktion Jugendschutz ist eine wichtige Partnerin des JFF. So freuen wir uns, dass wir zum Ende des Jahres 2020 in Abstimmung mit unserem gemeinsamen Referat im Sozialministerium auch diese Kooperation formal festschreiben konnten.

Die Jahresauftakttagung gehört zu einer der jüngeren Traditionen am JFF. Der Slogan 2020 lautete noch, unwissend was in den Folgemonaten auf uns zukommen sollte: Medienpädagogik für alle! Damit war das Motto absolut passend, denn die Auseinandersetzung mit medienpädagogischen Fragestellungen in allen Bildungsbereichen sollte die weiteren Monate prägen. Die Tagung wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) gefördert, das Grußwort hielt Dr. Markus Gruber, Amtschef des StMAS in Vertretung von Bayerns Sozialstaatssekretärin Carolina Trautner, die genau an diesem Tag zur Sozialministerin ernannt wurde. Als besonderen Anspruch formulierte er, dass auch junge Menschen mit besonderem Förderbedarf ganz selbstverständlich an der hoch mediatisierten Welt teilhaben können. Diesem Anliegen nimmt sich das JFF gerne an. Zugleich müssen wir aber aktuell resümieren, dass dies leider gerade in der Pandemie häufig zu kurz kommt.

Vorstand und Mitarbeiter*innen haben bereits im August 2020 begonnen, ein Diskussionspapier zu Bildung und Digitalisierung zu entwickeln. Neben Fragen der Kommerzialisierung, der Fortbildung und der Zusammenarbeit in der formalen, non-formalen und informellen Bildung widmen wir uns hier auch insbesondere der Frage, welche Zugänge sich eignen, um Benachteiligungen entgegenzuwirken. Ziel des Diskussionspapiers, das in merz 1/2021 veröffentlicht wird, ist es, Fragen zu benennen, mit denen die aktuellen Entwicklungen und Erfahrungen vor dem Hintergrund der Bedürfnisse von jungen Menschen und pädagogischen Ansprüche reflektiert werden können, um adäquate Angebote (online, offline oder beides konzeptuell miteinander verzahnt) bereitzustellen, Antworten auf die vielfältigen Fragen von Bildungsträgern zu geben und Impulse hinsichtlich einer differenzierten Auseinandersetzung mit den verschiedenen Phänomenen von Digitalisierung und der für ihre Gestaltung benötigten Kompetenzen zu bieten.

Das JFF hat in diesem Krisenjahr alle Projekte umgesetzt, wobei ein systematisches Risikomonitoring garantierte, dass die Arbeit laufend in enger Abstimmung mit den Förderern und Partner*innen an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst wurden. Prägnante Beispiele für die Flexibilität und Passgenauigkeit der Angebote sind das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL und die Interdisziplinäre Tagung. Das Festival wurde kurzfristig von einer viertägigen Präsenz-Veranstaltung mit gut tausend Kindern und Jugendlichen zu einem Online-Festival mit völlig neuen Formaten und einer intensiven Einbindung der Zielgruppe umgestaltet.

Die interdisziplinäre Tagung hatte etwas mehr Vorlauf, der Umbau war dennoch ebenso aufwändig: Nicht ein Tag mit vielen Expert*innen in Präsenz, sondern drei Tage – online – mit einem guten Wechsel zwischen Impulsen und Diskussionsformaten.

Neben unseren eigenen Veranstaltungen hätten wir 2020 gerne auch am Festakt anlässlich zehn Jahren Wertebündnis Bayern mitgewirkt. An den Vorbereitungen waren wir bereits intensiv beteiligt, doch dann wurde auch diese Veranstaltung abgesagt. Ich möchte unseren Partner*innen im Wertebündnis sowie der Stiftung Wertebündnis Bayern ganz herzlich für die Zusammenarbeit danken und zu dem Jubiläum gratulieren.

Wir engagieren uns gerne auch die nächsten zehn Jahre intensiv als Partner für Kinder, Jugendliche und junge Menschen. Werte leiten unser Handeln. Dies ist auch eine der zentralen Aussagen des Leitbilds des JFF. Wir sind sehr stolz, dass wir dieses Leitbild in einem demokratischen Prozess gemeinsam mit allen Mitarbeiter*innen und dem Vorstand entwickelt haben und somit nun ein Leitbild präsentieren, dass wirklich die Grundlage für unser Wirken darstellt. Dieses Leitbild präsentieren wir seit Anfang 2021 online und nun auch erstmals hier im Jahresbericht.

Die große Vielfalt der Aktivitäten des JFF, die enorme Flexibilität gerade auch in diesem Krisenjahr sowie der enge Zusammenhalt aller Mitarbeiter*innen haben mich persönlich sehr beeindruckt. Ich möchte meinen Kolleg*innen im Vorstand, der Leitung der Geschäftsstelle, allen Mitarbeiter*innen sowie den Partnerinstitutionen ganz herzlich danken und freue mich auf die gemeinsame Weiterentwicklung von Bildung in Zeiten der Digitalisierung.

 

Prof. Dr. Frank Fischer

Vorsitzender des JFF – Jugend Film Fernsehen e. V.

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