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2013

Jahresbericht 2013

Berichte über die Projekte aus Forschung und Praxis, sowie Informationen über die Publikationen des JFF aus dem Jahr 2013

Das Jahr 2013 stand für das JFF im Zeichen vielfältiger Themen wie z.B. dem Gebrauch mobiler Medien, der Auseinandersetzung mit Werthaltungen im Medienhandeln, der exzessiven Mediennutzung und dem Abschluss der Konvergenzstudien des JFF. Bevor ich aber zu den inhaltlichen Schwerpunkten komme, ein paar Worte zum abgelaufenen Jahr. Zuerst überraschte uns die bayerische Staatsregierung nach der Landtagswahl mit neuen Ressortzuschnitten, die zum Ergebnis hatten, dass das JFF nun dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zugeordnet ist. Für das JFF bedeutet diese Umressortierung einen zentralen Einschnitt in seiner Geschichte. Seit der Gründung des Vereins bekam das JFF einen Zuschuss des Freistaates über das Kultusministerium. Auch wenn die Zusammenarbeit nicht immer frei von Friktionen war und sich der Bereich der außerschulischen Arbeit im großen Komplex der schulischen Aktivitäten oft nicht ausreichend repräsentiert sah, gab es doch eine beständige und  konstruktive Zusammenarbeit. Die Verortung im Bereich der Bildung entsprach auch dem Selbstverständnis des JFF und die Kooperation mit dem Kultusministerium war in über sechs Jahrzehnten zur vertrauten Routine geworden.  Der Jahreswechsel war geprägt von der Klärung von neuen Zuständigkeiten und Fragen der Finanzierung und inhaltlicher Schwerpunkte. Mit dem nun für uns zuständigen Sozialministerium verbindet uns bereits eine langjährige Zusammenarbeit bei gemeinsamen Projekten wie KIFINALE, GamesLab und Webhelm. Es gilt nun die Kooperation zu festigen, die finanziellen und strukturellen Grundlagen für die reguläre Arbeit und für die Entwicklung innovativer Modelle und Konzepte zu schaffen und vor allem die Ausstattung des JFF so zu stärken, dass die im Haushalt vorgesehenen Stellen besetzt werden können und insbesondere die inhaltliche Betreuung der Fachberater für Medienpädagogik gesichert werden kann. Die gute Kooperation mit dem neuen Ministerium in den letzten Monaten lässt auf die Erfüllung der Notwendigkeiten wie der Wünsche hoffen.
Eine sehr unerfreulichere Nachricht, traf uns kurz vor Jahresschluss. Das Projekt IN EIGENER REGIE, das wir seit über 20 Jahren gemeinsam mit und finanziert von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien durchgeführt haben, wurde durch Beschluss der BLM ausgesetzt. Im Februar 2014 findet noch die Abschlusspräsentation des aktuellen Förderzeitraums in München statt. Danach wird das Projekt nicht mehr ausgeschrieben. Damit wird ein über zwei Jahrzehnte erfolgreiches Förderprogramm für Jugendmediengruppen eingestellt, das die Lücke zwischen medienpädagogischer Basisarbeit und professioneller Förderung füllte. Für das JFF bedeutet das den Verlust eines einmaligen Projektes, das Anregung für eine kreative und innovative Medienarbeit in Bayern gab. Für die Jugendmedienarbeit in Bayern bedeutet das, dass für Jugendliche die sich nicht rezeptiv, sondern aktiv ambitioniert mit Medien auseinandersetzen wollen, keine Fördermöglichkeiten mehr existieren. Wir hoffen, dass der Beschluss das Programm „auszusetzen“ wörtlich zu nehmen ist und die BLM eines ihrer innovativsten Programme gemeinsam mit dem  JFF im nächsten Jahr wieder aufnimmt bzw. dass es uns gelingt weitere Unterstützer für dieses Juwel der Jugendmedienarbeit zu gewinnen
Im Fokus der Arbeit des JFF standen 2013 vor allem die mobilen Medien. Die kommunikativen und sozialen Entwicklungen rund um Smartphone und Tablet haben das JFF in Forschung und Praxis beschäftigt. Dies mündete unter anderem in der neunten interdisziplinären Tagung mit dem Titel „vernetzt_öffentlich_aktiv“, auf der Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen  wissenschaftlichen Disziplinen Beiträge zur Positionierung hinsichtlich der mobilen Medienangebote in der heutigen Gesellschaft und der damit verknüpften Herausforderungen an die Medienpädagogik leisteten. Darüber hinaus wurden zwei große Forschungsprojekte mit ihren Ergebnissen präsentiert: Zum Safer Internet Day im Februar 2013 die Studie „Teilen, vernetzen, liken. Jugend zwischen Anpassung und Eigensinn im Social Web“ gefördert von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und im März 2013 die Studie „Zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung. Medienerziehung in der Familie“ gefördert von der Landeszentrale für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM).
Ein weiterer wichtiger Arbeitsschwerpunkt des JFF sind Computerspiele. Zum Jahresende wurde das Projekt GamesLab abgeschlossen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden Workshops und Tagungen mit Jugendlichen durchgeführt, Materialien gesichtet und im Ergebnis eine Studie  zu den Perspektiven junger Vielspieler erstellt. Die Ergebnisse des Projekts wurden Anfang 2014 zusammen mit dem Bayerischen Sozialministerium auf einer Tagung gemeinsam mit Jugendlichen präsentiert und diskutiert.
Das JFF ist seit Jahren auf kommunaler, Landes- und Bundesebene aktiv und gibt auf theoretisch und praktisch fundierte Impulse für die Behandlung zentraler medienpädagogischer Fragen.  Zunehmend wichtiger werden aber auch die Aktivitäten über nationale Grenzen hinaus. Ein Beispiel aus dem  Jahr 2013  ist die Publikation „Media Literacy in Europe - 12 Good Practices that Will Inspire You„ (http://www.evensfoundation.be/en/Media_Literacy_in_Europe_Publication), die wir gemeinsam mit der Evens Foundation herausgeben konnten. Diese Publikation, die im Netz zum Download bereitsteht, wurde mit einem internationalen Gremium an Expertinnen und Experten erarbeitet und eröffnete uns neue Kooperationen und interessante Einblicke in die medienpädagogische Arbeit in anderen europäischen Ländern. Die Zusammenarbeit mit europäischen Einrichtungen werden wir in den in den kommenden Jahren intensivieren.
Diese und die vielen weiteren in diesem Jahresbericht vorgestellten Projekte medienpädagogischer Forschung und Praxis sind das nach außen sichtbare Ergebnis unserer Arbeit. Diese Arbeit wird von vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern unterstützt und von den unterschiedlichen Zielgruppen, an die sich diese Arbeit richtet, geschätzt. Die große Bandbreite an Aktivitäten und eine fundierte wissenschaftliche und pädagogische Arbeit, die das Ziel verfolgt, die Medienkompetenz von Heranwachsenden und ihrem erzieherischen Umfeld zu fördern, ist aber nur mit einer soliden finanziellen Grundausstattung realisierbar. Es erfordert weitere Anstrengungen, um die notwendigen Ressourcen für die Entwicklung innovativer Konzepte, Forschungsvorhaben und pädagogischer Modelle aufzubringen. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den Städten sowie in den Landes- und Bundesministerien, in den Landesmedienanstalten, in Stiftungen sowie mit allen anderen Sponsoren möchten wir uns herzlich bedanken. Mein besonderer Dank gilt darüber hinaus vor allem den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des JFF und seiner Einrichtungen, die ihre Expertise und ihre Ideen in die vielfältigen Projekte aus Forschung und pädagogischer Praxis einbringen und den regionalen, bundesweiten und europäischen Kooperationspartnerinnen und –partnern, mit denen gemeinsam wir die Medienpädagogik in Bayern, Deutschland und Europa weiterentwickeln und stärken.

Prof. Dr. Bernd Schorb
Vorsitzender JFF e. V.


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