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2012

Jahresbericht 2012

Berichte über die Projekte aus Forschung und Praxis, sowie Informationen über die Publikationen des JFF aus dem Jahr 2012

"...wenn das Erwachsene sind, dann wissen die auch nicht, wie das Jugendliche in unserem Alter so lösen würden, und was man da lächerlich findet und was halt eben ein No-Go ist (...) dass man dann das sowieso nicht macht, was die einem sagen." (16-jähriger Junge aus der Studie "Wo der Spaß aufhört ... Jugendliche und ihre Perspektive auf Konflikte in Sozialen Netzwerdiensten")

In diesem Zitat äußert sich der Junge, ob er Erwachsene einbezöge, wenn es beim Kommunizieren in Social Networks zwischen Jugendlichen zu Konflikten käme. Der 16-Jährige sagt, was viele Jugendliche denken: Von ihrem Mediengebrauch verstehen die Erwachsenen nichts und stehen ihnen daher auch nicht als kompetente Ansprechpartner und mit Rat und Tat zur Seite. In etwa so lässt sich die Untersuchung "Wo der Spaß aufhört … Jugendliche und ihre Perspektive auf Konflikte in Sozialen Netzwerkdiensten", auf den Punkt bringen, die zum Safer Internet Day 2012 in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) vorgestellt wurde. Viele Erwachsene, Eltern ebenso wie pädagogische Fachkräfte, stehen dem Medienhandeln von Heranwachsenden distanziert bis ablehnend gegenüber, denn es entspricht so gar nicht dem, was sie selbst im Internet oder mit dem Computer tun. Erwachsene und Jugendliche miteinander ins Gespräch über ihre Medienerfahrungen zu bringen, bildete einen der Schwerpunkte der Arbeit des JFF im Jahr 2012. Eine Veranstaltung, bei der dieses Anliegen überzeugend umgesetzt wurde, war die Jugendtagung im Rahmen des Projekts mygames (gefördert von der Stiftung deutsche Jugendmarke) im Bayerischen Landtag im März 2012. Rund 150 Schülerinnen und Schüler aus Bayern diskutierten im Plenarsaal mit Politikerinnen und Politikern ihre Fragen zum Thema Computerspiele und präsentierten Ergebnisse ihrer Projekte in Filmen, Referaten und eigens kreierten Computer- aber auch Kartenspielen.

Dem gemeinsamen und dem unterschiedlichen Medienhandeln von Eltern und Kindern war ein weiterer Schwerpunkt des Jahres 2012 gewidmet. Die 8. Interdisziplinäre Tagung (gefördert vom BMFSFJ) widmete sich in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) dem Thema "Familien leben mit Medien", zu dem Expertise aus unterschiedlichen Feldern der Wissenschaft und der Pädagogik eingeholt wurde. Außerdem wurde im Herbst das Forschungsprojekt "Medienerziehung durch Eltern" finanziert von der Landeszentrale für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) abgeschlossen, das nunmehr eine fundierte und differenzierte empirische Grundlage bietet, um nun Modelle und Konzepte medienerzieherischer Elternarbeit weiterzuentwickeln und umzusetzen. Zentrales Anliegen dieses Projektes ist es, Eltern die Perspektive der Kinder auf Medien und ihre Inhalte zu vermitteln. Ein äußerst erfolgreiches Projekt, das dieses Anliegen seit nunmehr 15 Jahren in die Praxis umsetzt, ist "FLIMMO – Fernsehen mit Kinderaugen". Im Oktober 2012 fand im Rahmen der Medientage München die Jubiläumsveranstaltung statt, bei der alle Akteurinnen und Akteure die Bedeutung des FLIMMO und seines pädagogischen Ansatzes betonten. Es kann wohl als einzigartiger Erfolg gelten, dass ein Projekt über 15 Jahre lang kontinuierlich Eltern mit Rat und Unterstützung in Fragen der Fernseherziehung zur Seite steht, von diesen nachgefragt wird und seine Inhalte darüber hinaus über die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weitergetragen werden.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt des Jahres 2012 war die Erarbeitung und wissenschaftliche Evaluation von Peer-to-Peer-Ansätzen, die von informellen Lernprozessen und der zentralen Bedeutung der Peergroup ausgehen. Sie ermöglichen und ermutigen, Lernprozesse für und mit anderen Jugendlichen zu initiieren. Sich selbst als kompetent erleben und soziale Einbettung zu erfahren sind wichtige Momente in der Adoleszenz. Gemeinsam mit Gleichaltrigen gemeinsame Medienerfahrungen zu machen, sich Tipps und Unterstützung zu geben und dabei Spaß zu haben – dieses Potenzial in der aktiven Medienarbeit nutzbar zu machen und darüber Reflexion und eine weiterführende Beschäftigung mit Themen anzuregen, stellt ein zentrales Prinzip handlungs- und subjektorientierter Medienpädagogik dar. In den Projekten peer³ (gefördert vom BMFSFJ) und GamesLab (gefördert vom StMAS) werden seit diesem Jahr neue Handlungskonzepte für die (medien-)pädagogische Peer-to-Peer-Arbeit mit Jugendlichen entwickelt und erprobt, evaluiert und systematisch aufbereitet.

Diese und die vielen weiteren in diesem Jahresbericht vorgestellten Projekte in Forschung und Praxis mit ihren unterschiedlichen Themen sind das nach Außen sichtbares Ergebnis der Arbeit des JFF. Bei seiner Arbeit wird das JFF von vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern unterstützt und von den unterschiedlichen Zielgruppen, an die sich diese Arbeit richtet, geschätzt. Die große Bandbreite an Aktivitäten ist aber nur mit einer soliden finanziellen Grundausstattung realisierbar. Nur wenn dem JFF die nötigen Ressourcen für die Entwicklung innovativer Modelle und Konzepte bereitstehen und es möglich ist, die erforderlichen Eigenmittel in die Projektfinanzierungen einzubringen, ist auch die Drittmittelakquise sinnvoll und erfolgreich. Die Grundfinanzierung stellt neben den Städten München und Augsburg das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Ministerium gelten unsere zukünftigen Anstrengungen einer Anpassung des Zuschusses – sowohl an die gestiegenen Personal- und Nebenkosten als auch an die stark gestiegene Nachfrage nach medienpädagogischen Konzepten. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den Städten und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus möchten wir uns herzlich bedanken und hoffen darauf, mit ihrer Unterstützung auch bei den politisch Verantwortlichen nicht nur Verständnis, sondern auch parlamentarische Beschlüsse für die notwendige Konsolidierung unseres Haushaltes und die volle Finanzierung der im Haushaltsplan ausgewiesenen Stellen erreichen zu können.

Mein herzlicher Dank gilt den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des JFF und seiner Einrichtungen, die ihre Expertise und ihre Ideen in die vielfältigen Projekte aus Forschung und pädagogischer Praxis einbringen und den regionalen, bundesweiten und europäischen Kooperationspartnerinnen und -partnern, die mit dafür Sorge tragen, das Netzwerk von medienpädagogisch Tätigen stetig auszuweiten.

Prof. Dr. Bernd Schorb
Vorsitzender JFF e. V.


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