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2018 | Forschung

Digitale Medien in Kindertageseinrichtungen

Zweiter Bericht der Teilstudie befasst sich mit medienerzieherischem Handeln und Erziehungspartnerschaft aus Sicht des pädagogischen Personals.

Das Ziel der Teilstudie „Mobile Medien und Internet im Kindesalter – Fokus Kindertageseinrichtungen“ im Rahmen des Forschungsprojekts „Mobile Medien in der Familie“ besteht darin, die Situation in Kindertageseinrichtungen im Hinblick auf den Umgang   mit mobilen und digitalen Medien zu erfassen. Im Zentrum der Untersuchung stehen der Medienumgang der betreuten Kinder, die Bedeutung von Medien im beruflichen Alltag der pädagogischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Leitungen sowie deren Bedarfe im Hinblick auf Medienerziehung im Rahmen ihrer pädagogischen Aufgaben und Aktivitäten. Von Bedeutung sind darüber hinaus die Haltung und Einstellung des pädagogischen Personals zu Medien generell sowie die Ausstattung der Kindertageseinrichtungen mit Mediengeräten und -angeboten.
Der zweite Bericht im Rahmen der Teilstudie basiert auf der vertieften Auswertung der erhobenen Daten. Mit dem Fokus auf Kinder und Familien, medienpädagogischen Aktivitäten mit digitalen Medien in Kindertageseinrichtungen sowie den Komplex Erziehungspartnerschaft wurden folgende Bereiche in den Blick genommen:

  • Sichtweisen des pädagogischen Personals auf den Stellenwert mobiler und digitaler Medien in Familien mit Kindern im Kindergartenalter.
  • Sichtweisen des pädagogischen Personals zur Bedeutung von Medienerziehung in der Kindertageseinrichtung sowie Formen von und Erfahrungen mit medienpädagogischem Handeln.
  • Wahrnehmung von Medienerziehung als Teil des Bildungsauftrags der Kindertageseinrichtung im Rahmen einer Erziehungspartnerschaft durch pädagogische Teams sowie die Gestaltung von Erziehungspartnerschaft zwischen Einrichtung und Familie.

Die Ergebnisse des vorliegenden Teilberichts im Überblick:

  • Medienerziehung wird in allen Einrichtungen realisiert. Allerdings wird in Einrichtungen, die für eine kritische Meinung gegenüber dem Einsatz von digitalen Medien in der Kindertageseinrichtung stehen, eher eine rezeptionsorientierte sowie eine  reproduktionsorientierte/reflexive Medienarbeit umgesetzt. Gleichzeitig macht die Auswertung der Kindertageseinrichtungen, die handlungs- und produktionsorientierte Medienarbeit in ihre Alltagspraxis integrieren, deutlich, dass diese eine breite Palette an medienpädagogischen Aktivitäten (an-)bieten. Dabei sind zentrale Aspekte für die pädagogischen Teams: Kindorientierung, selbst  Vorbild sein, die Förderung einer aktiven und kreativen anstatt rezeptiven Nutzung sowie eine Vielfalt in und Kombination von   medienpädagogischen Herangehensweisen.
  • Wenn Leitung und Team daran gelegen ist, vor Ort Medienerziehung (weiter) voranzubringen, stehen persönliches Engagement und Interesse als treibende Kräfte an erster Stelle. Zu wissen, wer im Team über entsprechende medienbezogene Kompetenzen verfügt, beziehungsweise welche externen Ressourcen aktiviert werden können, sind wichtige Voraussetzungen, um anzufangen – oder sich weiterzuentwickeln.
  • Die Medienaneignung von Kindern und ihre Mediennutzung im Kontext Familie können als Rahmenbedingungen für das Handeln der pädagogischen Teams in den Kindertageseinrichtungen gesehen werden. Dass digitale Medien einen wichtigen Platz in den Familien und im Leben der Kinder einnehmen, spiegelt sich in den Spielen und Erzählungen der Kinder wieder. Die  pädagogischen Teams erleben, dass der Umgang mit Medien in den Familien ein breites Spektrum abdeckt und teils sehr  unterschiedlich gestaltet wird. Vom pädagogischen Personal werden insbesondere negative Aspekte des Medienumgangs in Familien angesprochen: kaum aktivierende Nutzungsweisen digitaler Medien, wenig Begleitung der Kinder bei deren Mediennutzung sowie ein unreflektierter Umgang mit Medien, den Eltern ihren Kindern vorleben.
  • Elternarbeit und Erziehungspartnerschaft wird grundsätzlich eine große Bedeutung zugeschreiben, was Hinweise auf die  Ansprüche des pädagogischen Personals an eine gelingende Elternarbeit gibt. Jedoch entspricht die Elternschaft in ihrem  Medienhandeln oft nicht den normativen Vorstellungen der pädagogischen Teams. Das Bild, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Verantwortliche von Eltern zeichnen, ist oft, nicht immer, wenig differenziert und dominiert von Extremen und insbesondere von Beschreibungen problematischen familiären Medienhandelns (s. o.). Entsprechend umfangreich ist die Sammlung an  Bedarfen, die damit aber der Komplexität und den Herausforderungen im Umgang mit mobilen und digitalen Medien in Familien gerecht wird. Zum Teil werden Ansatzpunkte bereits in der Elternarbeit aufgegriffen und Formate realisiert, die den Kontext digitale Medien und Medienerziehung in den Blick nehmen. Um jedoch eine größere Anzahl Eltern für eine Teilnahme an Angeboten zum Thema Medienerziehung zu gewinnen, müssen Formate weiterentwickelt werden, die auch Familien mit anderen sprachlichen oder kulturellen Hintergründen ansprechen und organisatorisch einfacher in familiäre Alltagsstrukturen eingepasst werden können.

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