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2019

ACT ON! 5. Short Report

Der fünfte ACT ON! Short Report thematisiert, wie sich die Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen auf YouTube orientiert und welches Strukturwissen sie über die Plattform aufweist. Es zeigt sich, dass die Kinder und Jugendlichen Youtuberinnen und Youtuber zur persönlichen Orientierung nutzen, dabei aber nicht immer erkennen, dass ihnen auch zweifelhaften Orientierungsangebote begegnen.

Für Jugendliche ist YouTube eine der beliebtesten und meistgenutzten Online-Plattformen. Im fünften Short Report der ACT ON! Monitoringstudie stehen die Orientierung Heranwachsender auf YouTube und ihr Strukturwissen zur Plattform im Fokus. In Gruppeninterviews äußerten sich knapp 90 Kinder und Jugendliche  zu ihrer Perspektive auf die Plattform YouTube, die sie alle kennen und nutzen. Knapp ein Fünftel der Befragten nutzt einen eigenen Account, um selbst Videos zu zeigen. Motive hierfür sind die Hoffnung, Geld und Aufmerksamkeit für die Videos zu bekommen, verbunden mit dem Ehrgeiz, gute Videos zu erstellen, ganz nach dem Vorbild der YouTube-Stars. Zwar kennen die 11- bis 14-Jährigen viele Regeln, die auf YouTube gelten, zum Teil erleben sie sie jedoch als intransparent und in der Umsetzung und Durchsetzung als inkonsistent. Unter anderem wird die Altersbeschränkung besonders diskutiert; dabei beziehen die Befragten sich hauptsächlich auf Kinder, die jünger als sie selbst sind. Einige Befragte weisen sehr geringe Kenntnisse über die geltenden Altersbeschränkungen auf.

Die YouTube-Stars werden aufmerksam beobachtet und es wird zwar grundsätzlich verstanden, dass es den Stars in erster Linie darum geht, Klicks und Abonnements zu bekommen, um Bekanntheit und letztlich Erlöse zu erzielen, dennoch finden sich aber auch Beispiele naiver Rezeption. Zudem gibt es vielerlei Hinweise darauf, dass die YouTube-Stars den Befragten zur persönlichen Orientierung dienen. Besonders schätzen die Kinder und Jugendlichen äußerliche Attraktivität, Leistungsvermögen und Selbstbewusstsein der YouTube-Stars. Dabei sind jedoch besonders bei Beauty- und Lifestyle-Vloggerinnen Selbstbewusstsein und Selbstbestimmungsappelle mit bedenklichen Ratschlägen und doppelbödigen Botschaften verbunden, was von den Jugendlichen jedoch nicht in Frage gestellt, sondern sogar als hilfreich eingestuft wird.

Es können unter anderem die folgenden Schlussfolgerungen gezogen werden:

  • Die relativ kritiklose Sicht auf YouTube-Stars birgt das Risiko, dass sich Jugendliche in ihren Konsumwünschen und -entscheidungen allzu leicht beeinflussen lassen
  • Jugendliche bewundern ihre YouTube-Stars und nutzen diese zur persönlichen Orientierung. Die dort angeregten Themen können im pädagogischen Kontakt aufgegriffen werden, um die Selbst- und Wertereflexion der Jugendlichen anzuregen.
  • Es ist notwendig mit den Jugendlichen darüber ins Gespräch zu kommen, um die Auseinandersetzung mit den Inhalten zu befördern, ohne Widerstände zu provozieren.
  • Es zeigen sich pädagogische Ansatzpunkte, das Strukturwissen der Jugendlichen in Bezug auf die Plattform YouTube auszubauen, um die Kritikfähigkeit der Jugendlichen zu stärken.

    22. Juli 2019: Ein Interview mit dem Projektmitarbeiter Andreas Oberlinner und der Initiative "Gutes Aufwachsen mit Medien":

    https://www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de/informieren/article.cfm/key.3455/aus.2/StartAt.1/page.1/uactive.8

 

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