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2022/06 Digitalität und Souveränität. Braucht es neue Leitbilder der Medienpädagogik?

„Medienpädagogische Zielsetzungen und Menschenbilder sind stets Konjunkturen unterworfen und haben sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt.“ Mit dieser Feststellung leiten Wolfgang Reißmann und Patrick Bettinger die aktuelle Ausgabe von merzWissenschaft mit dem Titel Digitalität und Souveränität. Braucht es neue Leitbilder der Medienpädagogik? ein. Die Frage wird in Fachkreisen derzeit intensiv und engagiert diskutiert. Das zentrale Interesse richtet sich dabei darauf, ob, und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Konsequenzen Souveränität heute noch als medienpädagogisches Leitbild bestehen kann. Mit dem Begriff der Souveränität sind Ideale wie Mündigkeit, Autonomie und Handlungsfreiheit verknüpft. Inwiefern ist aber ein mündiges und autonomes (Medien-)Handeln vor dem Hintergrund veränderter Mensch-Technik-Balancen (noch) möglich? Welche Rolle spielen dabei auch ökonomische und technische Entwicklungen und Gegebenheiten? Und war Handlungsfreiheit nicht schon immer ein Idealbild, das in Abhängigkeit von herrschenden Machtverhältnissen betrachtet werden muss(te)?

Die Beiträge betrachten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und beschäftigen sich aus Forschungs-, wie auch aus Sicht der medienpädagogischen Praxis mit den Herausforderungen, die eine (Neu-)Positionierung und ein Hinterfragen bestehender Prämissen erfordern.


thema

  • Wolfgang Reißmann/Patrick Bettinger: Editorial: Digitale Souveränität und relationale Subjektivität
  • Juliane Engel/Elisabeth Mayweg/Anna Carnap: Postdigital bedingte Souveränität. Zum Wandel von Handlungsmächtigkeit aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive
  • Carlo Schmidt/Anselm Böhmer: Zwischen 0 und 1. Zur pädagogischen Verortung des Subjekts in der digitalen Moderne
  • Thomas Wendt: Das Subjekt im Zeitalter digitaler Reproduzierbarkeit. Subjektivierung als Praxis digitaler (Selbst-)Organisation
  • Olga Neuberger: Das Unbehagen der Souveränität. Eine machttheoretische Interpretation des Subjekts und seines Mediengebrauchs
  • Johannes Pause: Inkommunikabilität. Medienpädagogische Praktiken der Entnetzung
  • Fabian Wiedel/Philip Dietrich/Thomas Knieper: Virtuelle Welten als Chance – für eine lebensweltnahe Medienpädagogik. Wie Digital Streetwork und automatisierte Nutzungsdatenanalysen eine strategisch-autonome Mediennutzung fördern können
  • Lilli Riettiens: „Erfolgreich und souverän mit Daten umgehen“. Kritische Perspektiven auf (Subjekt-)Bildung in einer datafizierten Gegenwart
  • Bardo Herzig/Emanuel Sarjevski/Dolph Hielscher: Algorithmische Entscheidungssysteme und digitale Souveränität
  • Jane Müller/Paul Petschner/Moritz Tischer/Mareike Thumel: Digitale Souveränität relational denken. Zur Analyse von Souveränität in Mensch-Medien-Konstellationen
  • Lars-Arne Raffel/Heidrun Allert/Christoph Richter: Mitgestaltungskompetenz als eine Grundlage kritischer Datenkompetenz
  • Niels Brüggen/Achim Lauber/Maximilian Schober: Das Verhältnis von Subjekt und Medien angesichts algorithmischer Empfehlungssysteme. Überlegungen aus tätigkeitstheoretischer Perspektive
  • David Waldecker: Zur empirischen und theoretischen Kritik der Datensouveränität anhand der Smart-Speaker-Nutzung
  • Christian Leineweber/Miguel Zulaica y Mugica: Die Choreografie des Souveränen. Sozialtechnologische Quantifizierungen des Digitalen und die (An-)Ästhetik des Selbst
  • Julian Ernst: Kritik am (Un-)Sichtbaren? Medienpädagogische Überlegungen zur alltäglichen Erfahrung als Ausgangspunkt der kritischen Auseinandersetzung mit Algorithmen

Ansprechperson

Kati Struckmeyer
Verantwortliche Redakteurin
kati.struckmeyer@jff.de
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