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| Praxis | Forschung

„Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben!“

Erfolgreicher Kick-off des Präventionsprojekt RISE – Jugendkulturelle Antworten auf islamistischen Extremismus

Am 13.02.2020 fand im Berliner Kulturquartier „silent green“ der Fachtag zum Präventionsprojektes „RISE – Jugendkulturelle Antworten auf islamistischen Extremismus“ statt. Dr. Günter Winands, Ministerialdirektor und Amtschef der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien, unterstrich in seinem Grußwort dabei die Bedeutung von Präventionsarbeit gegenüber religiös motivierten extremistischen Tendenzen sowie der Förderung von Medienkompetenz als Mittel dieser Präventionsarbeit.

Das Präventionsprojektes „RISE – Jugendkulturelle Antworten auf islamistischen Extremismus“, das von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) gefördert und vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Zusammenarbeit mit ufuq.de, dem Medienzentrum Parabol und Vision Kino organisiert wird, verfolgt das Ziel, das demokratische Werteverständnis Jugendlicher durch aktive Medienarbeit zu fördern. Herzstück des Projekts ist eine Website mit von Jugendlichen produzierten Filmen zur Thematik. Die Filme sind ergänzt mit pädagogischem Material und wissenschaftlichen Hintergrundinformationen. Multiplikator*innen können die Inhalte für ihre Präventionsarbeit nutzen. Der Fachtag richtete sich speziell an pädagogische Fachkräfte, um ihnen einen Einblick in erste Ergebnisse von RISE zu geben und dabei wissenschaftlichen Input mit Praxiserfahrung zu verbinden.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner – Kathrin Demmler (Direktorin des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis), Götz Nordbruch (Co-Geschäftsführer des Vereins ufuq.de) und Fabian Fiedler (Geschäftsführer des Medienzentrums Parabol) – hoben das enorme Potenzial des Projekts RISE hervor. Das Projekt verbinde auf kreative Weise politische Bildung mit Medienpädagogik und eröffne damit den teilnehmenden Jugendlichen Alternativen zur Darstellung ihre Meinungen.

Sindyan Qasem, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Islamische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, hatte mit seinem Vortrag „Islamismus-Prävention als Universalschlüssel für die (Post-)Migrationsgesellschaft? Ein 'radikaler' Blick auf einige Grundannahmen des präventiven Handelns gegen sogenannten Islamismus" in das Thema eingeführt. Islamismus-Prävention gelte oft als ein junges Aktionsfeld. Tatsächlich jedoch sei es eine Weiterführung älterer Rhetoriken und Denkmuster in Diskursen. Er erläuterte, dass sich in präventivem Handeln gegen extreme Formen des Islamismus Rhetoriken überkreuzen und überlagern könnten. Zum radikalen Blick auf einige der Islamismus-Präventionen zugrunde liegenden Methoden gehöre dabei auch stets das Eingeständnis, dass diese selbst teilweise Rassismen reproduzierten.

Silke Baer von „culture interactive“ stellte das Projekt „PHÄNO_Cultures – Phänomenübergreifende politische (Jugendkultur-)Bildung zur Stärkung menschenrechtlicher und demokratischer Haltungen“ vor. Sie konstatierte, dass mediale und jugendkulturelle Rekrutierungsstrategien der islamistischen Szene clever aufgebaut seien und stets an die Schwachstellen der Demokratie andockten. Extremistische und radikale Bewegungen würden sich gegenseitig zu Mobilisierung nutzen.

Eine Peer-to-Peer Session zum Thema „Jamal al-Khatib – Mein Weg!“ wurde von Fabian Reicher (turn – Verein für Gewalt- und Extremismus-Prävention Wien) und dem am Projekt beteiligten Jugendlichen Noah geleitet. Im Rahmen dieser Session berichtete Noah über seine Erfahrungen in der extremistischen Szene und seinem erfolgreichen Ausstieg.

Dr. Simone Pfeifer von der Universität Mainz referiert über die Bewertung von populistischen Bildern und Videos im Netz. Es sei wichtig, eigene Analysekategorien kritisch zu hinterfragen und den Fokus von Emotionen auf Affekte zu legen. Younes und Fiete von den Datteltätern (funk, ARD/ZDF) befassten sich mit dem Thema „Represent“ – Mit Humor gegen Stereotype und Rassismus, und zeigten anhand von Methoden und Strategien des Storytellings auf, wie ernste und emotionale Themen mittels Humors entschärft werden können.

Unter großem Applaus feierten sechs Filme, an denen junge Filmermacher*innen während der letzten sechs Monate gearbeitete hatten, während der Veranstaltung ihre Premiere. Sie zeigen unterschiedlichste Perspektiven und Zugänge zum Themenfeld Extremismus. Neben einer persönlichen Geschichte über die Erfahrungen eines Geflüchteten in Brandenburg und einem Interviewfilm zum Thema Gruppenzugehörigkeit gab es darunter auch einen Musikfilm (Deutschrap) und fiktionale Geschichten, die einen kritischen Blick auf das Zusammenleben in unserer Gesellschaft aus der Perspektive von jungen Filmemacher*innen richteten.

Alle Filme, Begleitmaterial und wissenschaftliche Hintergrundinformationen zum Thema sind auf der Website www.rise-jugendkultur.de zu finden.


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