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| Praxis

Nachbericht zur #jat22

Ausgebuchte Tagung "Schönheit im digitalen Raum"

Am 21. Februar 2022 lud das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Jugendring und der Aktion Jugendschutz (Landesarbeitsstelle Bayern e. V.) zur jährlichen medienpädagogischen Auftakttagung ein. Die Veranstaltung fand zum siebten Mal statt – als Livestream, bei dem die Vorträge der Referierenden live aus dem Institut für Jugendarbeit in Gauting gestreamt wurden und an dem sich die Zuschauer*innen per Chat beteiligen konnten. 

Die Tagung nahm mit dem Thema „Schönheit im digitalen Raum“ in den Blick, wie Schönheit im digitalen Raum dargestellt wird. Zudem stand die Frage im Zentrum, wie Kinder und Jugendliche diese Darstellung  wahrnehmen und wie sie mit ihr umgehen, ob sie zur eigenen Orientierung oder Verunsicherung führt. 

Die Tagung wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) gefördert. Nach einführenden Worten von Martin Holzner, dem Leiter des Instituts für Jugendarbeit in Gauting, begrüßte Staatsministerin Carolina Trautner die Teilnehmenden per Videobotschaft und griff dabei die Herausforderungen auf: „Die Tagung ‚Schönheit im digitalen Raum‘ geht den Fragen auf den Grund, wie Kinder und Jugendliche Darstellungen von Schönheit wahrnehmen und wie sie mit diesen umgehen. Die Erkenntnisse aus der Tagung helfen uns, unsere Kinder und Jugendlichen bei ihrem Erwachsenwerden im Netz besser zu begleiten. Ich wünsche mir, dass alle jungen Menschen selbstbewusst herausfinden, was für sie Schönheit bedeutet.“

Nach der Begrüßung übernahm Sebastian Leidecker, der als Redakteur für digitale Formatentwicklung beim Bayerischen Rundfunk arbeitet, die Moderation und führte durch die Veranstaltung. Zu Beginn erwartete die Tagungsteilnehmer*innen ein Vortrag zum Thema „Darstellung von Schönheit im digitalen Raum“. In diesem Input ging Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky, Lehrstuhlleitung Soziologie/Gender-Studies der LMU München, auf das menschliche Bedürfnis nach sozialer Selbstgestaltung ein, was stets mediatisiert sei. Es bedürfe einer Gestaltungskompetenz. Selbstgestaltung werde einerseits als legitimer Teil guter Lebensführung angesehen, andererseits werde die explizite Herstellung von Schönheit im bildungsbürgerlichen Blick moralisch abgewertet. Sie wies auf das Bedürfnis nach Anerkennung hin und plädierte für mehr Verständnis und weniger „Schönheitsshaming“. Nach dem ersten Vortrag konnten die Teilnehmenden in Austauschgruppen miteinander zu den Vortragsthemen ins Gespräch kommen und diskutieren.

Zur Selbstdarstellung in Social-Media-Angeboten und die Bedeutung für Kinder und Jugendliche referierte Dr. Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen. In ihrem Beitrag beschrieb sie, dass das Empfinden von Schönheit immer auch durch Sehgewohnheiten geprägt sei. So zeige eine vermehrte Nutzung von Instagram bei jungen Frauen eine erhöhte Selbstobjektivation. Eine vermehrte Instagram-Nutzung korreliere zudem bei jungen Frauen mit depressiven Symptomen, einem niedrigen Selbstwertgefühl und Körperunzufriedenheit. Dr. Maya Götz hob jedoch hervor, dass bei der Entwicklung von psychischen Krankheitsbildern, wie beispielsweise Magersucht, stets mehr Faktoren einen Einfluss haben als eine vermehrte Social-Media-Nutzung.

In der Mittagspause konnten die Teilnehmer*innen an einer Live-Yoga-Session teilnehmen. 

Anschließend kam es zu einem regen Austausch in den zehn ausgebuchten Workshops. Die Teilnehmenden bearbeiteten dabei konkrete Szenarien und diskutierten praxisrelevante Themen. Hierbei befassten sie sich mit spannenden Inhalten wie Selftracking, dem Einfluss von Influencerinnen auf Mädchen, TikTok und Selbstsexualisierung als Form von Empowerment.

Den Abschluss der Tagung begleitete die Künstlerin Olivia Hartig. Sie erstellte als Tagungsabschluss – mit Unterstützung der Teilnehmenden – live ein Digital Art.

 

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