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| Forschung

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien veröffentlicht Gefährdungsatlas

Der Gefährdungsatlas ist erstes Ergebnis des bei der Bundesprüfstelle angesiedelten Strategieprozesses „Digitales Aufwachsen. Vom Kind aus denken. Zukunftssicher handeln.“ Auf der Grundlage der Mediennutzungsrealität von Kindern und Jugendlichen gibt er Orientierung über Medienphänomene, den mit ihnen verbundenen Gefährdungen sowie gegebenenfalls auch Entwicklungschancen für Kinder und Jugendliche und nimmt eine kinderrechtliche Einordnung der Herausforderungen an den Jugendmedienschutz vor.

Als Teil einer jugendpolitischen Gesamtstrategie von Bund und Ländern zur Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes an die Anforderungen der Digitalisierung ist seit 2018 der Strategieprozess „Digitales Aufwachsen. Vom Kind aus denken. Zukunftssicher handeln.“ bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) angesiedelt.

Erste Prämisse des Strategieprozesses ist es, Kinder- und Jugendmedienschutz vom Kind aus zu denken. Erklärtes Ziel ist es, dadurch die in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verbrieften Rechte auf Schutz, Befähigung und Teilhabe auch im digitalen Raum wirksam werden zu lassen. Der im Rahmen einer dauerhaft angelegten ZUKUNFTSWERKSTATT angelegte Prozess hat zum Ziel, ein intelligentes Chancen- und Risikomanagement sämtlicher Akteure zu organisieren, die für ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen mit Medien Verantwortung tragen.

Der in der Autorenschaft des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Medienforschung │Hans-Bredow-Institut (HBI) entstandene Gefährdungsatlas ist erstes im Rahmen der ZUKUNFTSWERKSTATT erarbeitetes Ergebnis, wie auch die erforderliche Wissensbasis für den weiteren Arbeitsprozess.

Dem Anspruch folgend vom Kind aus zu denken, wird die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen im Kontext der Mediennutzung sowie ihr Mediennutzungsverhalten vorangestellt. Deutlich werden die Mediatisierung und Digitalisierung aller Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen sowie die hierdurch beförderte Kommerzialisierung ihrer Lebenswelt. Erkenntnisse über das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen werden entlang einer Alterskohortierung (2- bis 6-Jährige, 6- bis 13-Jährige und ca. 12- bis 18-/19-Jährige) nach Medientätigkeiten strukturiert dargestellt sowie in erzieherische Kontexte gesetzt.

Im Rahmen der Darstellung von Fokuspunkten der Fachdiskussion und den Berührungspunkten von Kindern und Jugendlichen mit den Phänomenen werden neben den Gefährdungen auch fördernde Funktionen für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen in den Blick genommen, die teilweise ebenfalls mit den Phänomenen assoziiert sind und gerade den kinderrechtlichen Teilhabeanspruch an der digitalen Mediennutzung begründen. Auch die verschiedenen Rollen, in denen Kinder und Jugendliche mit den Medienphänomenen in Berührung kommen können, werden ausgeleuchtet.

Im Rahmen einer abschließenden kinderrechtlichen Einordnung wird deutlich, dass der Kinder- und Jugendmedienschutz einer Neuausrichtung seiner Schutzziele und Instrumente bedarf, um über infrastrukturelle Schutz- und Hilfemechanismen in den Angeboten und Orientierung für Kinder, Jugendliche und Erziehende eine unbeschwerte Teilhabe an digitalen Medien zu gewährleisten. Die Anbieter sind gefordert, ihre Angebote infrastrukturell so auszugestalten, dass Voreinstellungen sowie Schutz- und Hilfemechanismen altersgerecht auch die jüngeren Nutzerinnen und Nutzer effektiv vor Gefährdungen schützen und die unbeschwerte Teilhabe ermöglichen.

Martina Hannak, Vorsitzende der BPjM, erklärt zur Veröffentlichung des Gefährdungsatlas: „Der Gefährdungsatlas macht den dringenden Handlungsbedarf im Jugendmedienschutz einmal mehr deutlich. Es braucht einen Raum, in dem alle, die für ein gutes Aufwachsen mit Medien Verantwortung tragen, gemeinsam an Strategien und Maßnahmen arbeiten, die das Ziel des guten Aufwachsens mit Medien unterstützen. Diesen Raum stellen wir mit der ZUKUNFTSWERKSTATT zur Verfügung. Ein zukunftsfähiger Jugendmedienschutz braucht aber auch gesetzliche Grundlagen, die Verantwortlichkeiten unmissverständlich adressieren und zugleich die Voraussetzungen für die gleichermaßen wichtige Orientierung schaffen. Ebenso sind auch pädagogische und technische Ansätze unverzichtbar, um eine unbeschwerte Teilhabe  von  Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen!“



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