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Nachbericht: Viva la Generation! Die Generationendebatte in den Medien

Zur 19. Interdisziplinären Tagung

Was macht Mediengenerationen aus? Wie unterscheiden sie sich und inwiefern ist der Blick auf sie hilfreich oder hinderlich für den medienpädagogischen Blick auf Gesellschaft? Ist es angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen und Anforderungen sinnvoll, eine Gesellschaft nach Alterskohorten zu unterscheiden?Wie kann intergenerational gedacht werden? Wie kann es gelingen, dass die unterschiedlichen Generationen voneinander profitieren, um aktuellen und kommenden Herausforderungen in Medien und mit Medien kompetent zu begegnen? Wie können alle Generationen über Medien gemeinsam Zukunft gestalten?

Die 19. Interdisziplinäre Tagung des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis ging Ende November 2023 der Frage nach, ob und wenn ja, in welchen Zusammenhängen Generationen in der medienpädagogischen Forschung und Praxis heute eine Rolle spielen.  

In Kooperation zwischen dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) findet mit der Interdisziplinären Tagung seit 2004 ein disziplinenübergreifendes Forum statt, das die Bedingungen des Heranwachsens junger Menschen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet und auf ihre Praxistauglichkeit prüft. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales fördert dieses Format schon zum 7. Mal. Staatsministerin Ulrike Scharf zu Beginn der Tagung: „Dass bei dieser Fachtagung alle Fachrichtungen einbezogen werden, hat einen entscheidenden Vorteil: Wir können uns besser in die Lage der Jugendlichen hineinversetzen und viele Lösungen für die Herausforderungen finden. […] Die Generationendebatte nimmt Alt und Jung in den Blick und setzt sich mit vielen Fragen auseinander, die in der Frage münden: Wie können Alt und Jung gemeinsam mit Hilfe der Medien Zukunft gestalten? Antworten auf diese Fragen zu finden ist auch deshalb wichtig, damit wir die mediale Spaltung der Generationen in den Griff bekommen.“

Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der BLM, schloss sich dem Grußwort der Ministerin an und machte deutlich, dass jede Mediengeneration ihre eigenen Herausforderungen habe. Er hob hervor, dass es deshalb wichtig sei, „sich mit allen, Eltern und Kindern, auszutauschen“ und dabei danach zu fragen, „was sie mit Medien tun“ und nicht nur, wie lange sie diese nutzen. Er plädierte dafür, dass Jüngere und Ältere sich gegenseitig unter die Arme greifen sollten, denn „Medien prägen Generationen, aber auch Generationen prägen Medien.“  

Mehr Klarheit über den Begriff Generation in der Medienpädagogik – das erhoffte sich Prof. Dr. Thomas Knieper, Vorsitzender des Vereins JFF – Jugend Film Fernsehen e. V., von den Diskussionen an diesem Tag. In seinem Grußwort wies er darauf hin, „dass die Nachkriegskohorten laut neuerer soziologischer Forschungen gar nicht so anders ticken.“ Dennoch werde mit Generationen aktuell viel argumentiert – auch in der Medienpädagogik. Vor diesem Hintergrund lohne es sich, genauer hinzuschauen und am Ende des Tages hoffentlich ein bisschen schlauer zu sein. 

Neben wissenschaftlichen Inputs von Prof. Dr. Andreas Hepp, Kommunikations- und Medienwissenschaftler an der Universität Bremen, Ingo Leven vom Marketinginstitut Kantar sowie Dr. Cornelia Bogen von der PH Ludwigsburg und Dr. Susanne Eggert vom JFF gab es viel Zeit für den interaktiven Austausch zwischen den Tagungsteilnehmer*innen. Diese konnten sich auf einem Markt der Möglichkeiten mit den Medien unterschiedlicher Generationen beschäftigen und sich über die Bedeutung von Generationenzugehörigkeiten in ihrem eigenen privaten wie auch beruflichen Kontext auseinandersetzen.      

Letzter Programmpunkt vor dem Tagungsabschluss war ein „Dialog der Generationen“. Vertreter*innen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen beruflichen Zusammenhängen machten darauf aufmerksam, welche Potenziale die aktuelle Medienwelt für Jüngere und Ältere wie auch mit Blick auf die Inklusion unterschiedlicher Menschen bereithält.  

Bevor Moderator Marcus Richter, der souverän durch die Tagung geführt hatte, diese beschloss, gab er das Wort an Kathrin Demmler, Direktorin des JFF. Gemeinsam mit einem Jugendlichen aus dem Projekt zusammen digital, in dem bayernweit Jugendliche (ältere) Menschen mit geringen Digitalkenntnissen bei ihren Fragen zu Internet, Smartphone oder Tablet unterstützen, warf sie einen Blick zurück auf die vielen Eindrücke der Tagung. Und beide hinterließen das Bild, dass die Gräben zwischen den Generationen gar nicht so groß sind.

In Kürze stehen auch Video zum Nachschauen bereit: www.id-tagung.de/die-tagungsreihe/dokumentation

Und hier finden Sie alle Bilder in einem Bilderportal

 

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