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2011 | Praxis

Generationen im Dialog

Mediale Brücken zwischen Jung und Alt

In dem von Januar 2010 bis Juni 2011 realisierten Projekt Generationen im Dialog wurden die Potenziale der aktiven Medienarbeit für die Förderung von Medienkompetenz und die Förderung des Generationendialogs erprobt und evaluiert. Unterstützt von der Aktion Mensch, wurden Kontakte zwischen Heranwachsenden, bevorzugt aus dem bildungsbenachteiligten Milieu, und älteren Menschen initiiert, um mit Hilfe von Medien einen Dialog anzuregen und um gemeinsam ein Medienprodukt herzustellen. Angesprochen wurden Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren sowie ältere Menschen, vorwiegend über 60 Jahren. Insgesamt wurden elf unterschiedliche medienpädagogische Projekte initiiert und umgesetzt – an verschiedenen Orten, mit stets anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mannigfachen Medien.
Im Gegensatz zu vielen anderen Generationen-Projekten wurde weder angestrebt, dass die älteren Menschen den Jugendlichen etwas beibringen, noch umgekehrt. Vielmehr sollten sich die unterschiedlichen Gruppierungen gleichberechtigt einer gemeinsamen Aufgabe und einem gemeinsamen Thema widmen. Insofern war es folgerichtig, von Beginn an nicht nur auf einen guten Dialog, sondern auf einen Dialog auf Augenhöhe zu setzen. Gerade der Austausch zwischen der Großeltern-Enkel-Generation, die nicht in einem Verwandtschaftsverhältnis stehen, erscheint wegen des demografischen Wandels, wichtiger denn je. Der Dialog fand bei der gemeinsamen Be- und Erarbeitung von Themen, beim Produzieren von multimedialen Produkten, bei der Auseinandersetzung mit Medien, Medieninhalten und Medienerfahrungen sowie bei der Veröffentlichung und Präsentation von gemeinsamen Produkten statt.
Beide Gruppen kommunizieren miteinander nicht pädagogisch rücksichtsvoll. Verglichen mit anderen Gruppen ist die Arbeit persönlicher und intensiver. Konflikte, Missverständnisse und mangelndes Einfühlungsvermögen sind an der Tagesordnung und müssen von ausgebildeten Experten moderiert werden. Wenn das gelingt, profitieren die Teilnehmer und die Pädagoginnen und Pädagogen gleichermaßen. Dann erfüllt sich das, was ein älterer Teilnehmer als sein Fazit über die Zusammenarbeit mit jungen Menschen herausstrich: "Man kann so richtig für das Leben sein."

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