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2009 | Praxis

erzählkultur

Das Modellprojekt zur medialen Sprachförderung in Kindergärten und Horten

Im Projekt erzählkultur wurden in den Jahren 2008 und 2009 durch aktive Medienarbeit Kommunikations- und Sprechanlässe für Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren – insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund – geschaffen, um damit ihre Sprach-, Medien- sowie ihre soziale Kompetenz zu fördern. Dabei lag der Fokus darauf, was die aktive Medienarbeit im Bereich der Sprachkompetenzförderung leisten kann, wo ihre Stärken liegen und welche Anknüpfungspunkte es zu bereits bestehenden Modellen der Spachkompetenzförderung gibt.

Die Kinder konnten Medien als kreatives Werkzeug entdecken, um ihre Meinung auszudrücken und sie als Sprachrohr für ihre Interessen zu nutzen. Dieser Prozess, der sie von der rein konsumierenden Rolle in eine mit Medien aktive Rolle versetzt, wurde von einem Medienprodukt abgeschlossen, auf das die Kinder stolz sein konnten. Die Medien, welche die Kinder in Gebrauch haben, konnten in einem pädagogischen Kontext spielerisch von ihnen entdeckt und für sich vereinnahmt werden. Sprache sollte darüber hinaus nicht didaktisiert, sondern die Lust und Freude am Sprechen, Erzählen, Zuhören und Mit-Sprache-Spielen geweckt und gesteigert werden.

Zur Verwirklichung dieser Hauptziele wurden im Zeitraum Januar 2007 bis Juli 2008 15 Modellprojekte an Kindergärten, Schulen, Horten und außerschulischen Institutionen - verteilt auf die Großräume München und Nürnberg - durchgeführt. Die ErzieherInnen der jeweiligen Einrichtungen erhielten die Möglichkeit zu Fortbildungen im medienpädagogischen Bereich. Jeweils ein Pädagoge/ eine Pädagogin der entsprechenden Einrichtung nahm über den gesamten Projektzeitraum hin am Modellprojekt teil und lernte somit den Umgang mit den eingesetzten Medien. Die Eltern der teilnehmenden Kinder erhielten an Informationsabenden die Möglichkeit, über den Medienumgang ihrer Kinder informiert und mit medienpädagogischen Zielen und Methoden vertraut zu werden. Außerdem erhielten sie über die entstandenen Medienprodukte einen Einblick in das Sprachpotenzial ihrer Kinder.


Erzählkultur erhält Dieter-Baacke-Preis

Zweiter Platz für das Kooperationsprojekt von Medienzentrum Parabol und JFF

Mit dem Dieter Baacke-Preis zeichnet die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit jährlich beispielhafte Projekte aus, die in der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit entstanden sind. Das Projekt "erzählkultur" richtete sich an Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren in Kindergärten und Horten. Ein besonderes Augenmerk wurde auf Kinder mit Migrationshintergrund gerichtet. Neben den Kindern selbst waren auch Eltern und ErzieherInnen Zielgruppen des Projekts. Gefördert wurde das Projekt von der Aktion Mensch. Die große Bedeutung dieses Projekts würdigte die Jury in ihrer Laudatio:


Ohne Sprache geht es nicht: sie ist der Schlüssel zur Welt, um sie zu erforschen und zu verstehen. Sie ist das Fenster, das wir öffnen, um unsere Gedanken und Gefühle anderen zugänglich zu machen.
Spracherwerb ist aber auch wie alles Lernen immer einbettet in ein interaktives und dialogisches Beziehungsgeschehen. Was aber tun, wenn dieser Dialog in einer von Bildern dominierten Umwelt, vielleicht nicht mehr in ausreichendem Maße stattfindet? Wenn Unterhaltung durch Medienkonsum überlagert wird?
Eine gelungene Antwort auf diese Fragen gibt das Projekt "erzählkultur". Es bedient sich dieser Medien, um Kindern eine Sprache zu geben. In 15 Best-Practice-Projekten wird anschaulich gezeigt, wie 4 bis 10jährige Kinder gemeinsam durch praktische Medienarbeit die Welt entdecken und diese Entdeckungen in Bilder und Sprache übersetzen, also "in Erzählung" bringen.

Das geht zum Beispiel so: die Folgen des Klimawandels werden schnell verstanden, als ein kleiner Plastikeisbär auf seiner Eisscholle in der Glasschüssel den Boden unter den Füßen verliert, weil die heiße Luft eines Föns seine Lebensgrundlage zum Schmelzen bringt. Das Experiment halten die jungen Forscher mit dem Fotoapparat fest, bearbeiten und kommentieren es mit Hilfe der Medienpädagogen am PC und erzählen schließlich ihren Eltern mit einer Powerpoint-Präsentation, was es mit dem Klimawandel so auf sich hat. Und die verstehen dass dann auch. Das ist gelungene Erzählkultur, meint die Jury!

Mut zum Nachmachen, Lust zum Ausprobieren, , Orientierung im Theorie-Dschungel – das vermittelt die begleitende Projekt-Homepage www.erzaehlkultur.info. Hier finden Erzieherinnen und Lehrer, Eltern und Medienpädagoginnen konkrete Tipps und viele Anregungen, Hintergrundwissen, Projektergebnisse, Erfahrungsberichte und Sprachspiele. Diese vorbildhafte mediale Aufbereitung hat die Jury begeistert, weil sie wunderschön anzusehen ist und der Erzählkultur in unserem Lande einen guten Dienst erweist.

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