04.08.2017 – Medienkompetenz, Forschung, Medienerziehung, Erzieher

"Dagstuhl in Progress" - Zur Zusammenarbeit von Medienpädagogik, Informatik und Medienwissenschaft

Interdisziplinäre Weiterentwicklung des "Dagstuhl-Dreiecks" zu Bildung in der digital-vernetzten Welt in Frankfurt/Main

Vom 24. bis 26. Juli kamen in Frankfurt am Main 35 Wissenschaftler_innen, Praktiker_innen aus Informatik(-Didaktik), Medienwissenschaft und Erziehungswissenschaft/Medienpädagogik zusammen, um das "Dagstuhl-Dreieck" aus der Erklärung zu "Bildung in der digitalen vernetzten Welt" weiterzuentwickeln.
Die Klausurtagung wurde vom FTzM Frankfurt am Main gemeinsam mit der Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ (KBoM!), die das JFF mitträgt, dem Fachbereich Informatik und Ausbildung/Didaktik der Informatik (IAD), der Fachgruppe Didaktik der Informatik der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) sowie der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) organisiert.

Einblicke in die Arbeit

Der Prozess, sich auf für alle beteiligten Disziplinen anknüpfbare Begriffe zu einigen, war anstrengend, aber es funktionierte (!). Ein kleiner Auszug aus der Diskussion zeigt, welche Hürden der interdisziplinäre Prozess bereithielt:

Der Informatik-Didaktiker zum Medienwissenschaftler: "Für uns Informatiker ist es Praxis, wenn wir etwas bauen, und die Analyse ist für uns die Theorie."
Der Medienwissenschaftler zum Informatik-Didaktiker: "Interessant. Unsere Praxis ist die Analyse!"

Letztlich regten diese Hürden dazu an, auch bisher wenig hinterfragte Annahmen zu Denkweisen und Traditionen der jeweils anderen Disziplin auf den Prüfstand zu stellen und sich inhaltlich anzunähern. Wir waren am letzten Tag alle beeindruckt, dass die Verständigung so gut gelang – war es doch ein ziemlich gewagtes Experiment. Im Blick der Teilnehmenden stand dabei stets das Ziel dieses gemeinsamen Prozesses, nämlich kollaborativ Empfehlungen für die Bildungspolitik und -praxis für ein "Leben mit digitalen Medien und Systemen" zu eruieren und aussprechen zu können.
Nach der kreativen Arbeit auf der Klausurtagung in Frankfurt am Main beginnt nun der Dokumentations- und Schreibprozess, dessen Ergebnisse – das Dagstuhl-Dreieck 2.0 sowie eine inhaltlich erweiterte Erklärung – als Empfehlung für die Bildungspolitik sowie zur weiteren Kommentierung und Diskussion (die es auf allen Seiten sicher geben wird und muss) in die Communities getragen und weiterentwickelt werden.

 

 

 

Hintergrund und Organisation der Klausurtagung

Die Klausurtagung wurde vom FTzM Frankfurt am Main gemeinsam mit der Initiative Keine Bildung ohne Medien!" (KBoM!), dem Fachbereich Informatik und Ausbildung / Didaktik der Informatik (IAD) sowie der Fachgruppe Didaktik der Informatik der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) sowie der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) organisiert. Nach Bewerbung der Klausurtagung in den Fachcommunities war die Arbeitstagung nach knapp drei Tagen ausgebucht (wohlgemerkt: eine *Arbeits*tagung!).

Gearbeitet wurde und wird weiterhin in drei Arbeitsgruppen: "Begriffe – Austausch über Begriffsverständnisse, fachliche Disziplinen und ihre Expertise (AG 1)", "Transfer – Übersetzung in die Praxis: Schule, Lehramtsausbildung, Gesellschaft, Politik... (AG 2)" und "Bedarfe der Zielgruppen (AG 3)".

Das Vorhaben war nichts Geringeres, als die Erklärung fortzuschreiben, die im Frühjahr 2016 im Rahmen des Seminars Informatik@Schule 2016 von Vertreterinnen und Vertretern der Didaktik der Informatik und der Medienpädagogik gemeinsam entwickelt worden war. Das dabei in gemeinsamer, intensiver Arbeit entwickelte "Dagstuhl-Dreieck" (hier im Video erläutert) ist inzwischen vielfach rezipiert worden und nahm nicht zuletzt Einfluss auf die KMK-Strategie "Bildung in der digitalen Welt".

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